Ich kann keine endgültigen Bedeutungen definieren. So ist dieses an einem Tag so und in der Nacht das Gegenteil. Es sind nur Tangenten, in denen ich der Welt begegne.

In der Geometrie, ist eine Tangente eine Gerade, die einen Kreis in genau einem Punkt berührt, eben tangiert. Betrachtet man die Dynamik des Ereignisses, so kann sich die Frage stellen, von wem der Antrieb zur Berührung ausgegangen ist, warum beide auf ihrer Spur bleiben.
Nichts hier ist vollständig, und nichts ist dauerhaft.
Und manchmal kommt was dazu, vielleicht auch weg. Weil ich meine Meinungen und Zugänge eben auch ändere.

Eine liebe Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Begriffe oft durch ihre Verwendung eine zusätzliche oder sogar neue Bedeutung erlangen:
Im übertragenen Sinne wäre die Tangente auch ein Weg, eine Straße, die an einer Ansiedelung vorbeiführt (wie die Wiener Süd-Ost-Tangente). Dass es dort Stau gibt, Baustellen, Unfälle, außer in Zeiten der Coronakrise kaum einen fließenden Verkehr, ist eine Tatsache. Also kann eine Tangente, abgesehen von ihrem schönen geraden Strich, die nur einen Punkt berührt, ganz ordentlich geschüttelt sein von ihrem Dasein und am gelebten Leben einfach vorbeiführen.
Ich bin froh über solche Relativierungen.

Mein eigenes, höchstpersönliches Leben ist vorerst einmal - und ich bin froh, dass ich so leben kann - doch einigermaßen selbstbestimmt.
Wenn ich mich dieses Lebens erinnere, dann ist da vieles tangentenähnlich. Begegnungen, Berührungen, Engagements, Verpflichtungen: Alles für eine Zeit, und mag sie auch noch andauern, so lösen sich diese Berührungen dennoch auf. Spätestens mit meinem Vergehen, denn auch ich tangiere sie nur, diese Welt. Hoffentlich.

Aber so sollten die Tangenten hier gar nicht gesehen werden. Die Begriffe in meinem nachfolgenden Wörterbuch: Sie sind nie ordentlich definiert, berühren die Themen nur wie Tangenten.
Vielleicht zeichnen sie Dir aber Bilder, Gefühle, Gedanken. Ich freu mich!


Abstand:
Abgesehen von den in Österreich 2020 (von) kurz desavouierten Babyelefanten als Abstandssynonym kommt dem Abstand schon eminente Bedeutung zu.
Ich darf hier an das quadratische Abstandsgesetz erinnern.
Aber was wäre ein Blumengesteck ohne den passenden Abstand der Blüten? Was wäre ein Slalom ohne Abstand zwischen den Toren, ein Brief ohne Abstand zwischen den Worten?
Erst die Freiheit lässt die Dinge sein.

Abschied:
Ich versteh bis heute nicht, dass man Abschied nimmt, obwohl man sich doch trennt.

Achtsamkeit:
Es ist anstrengend, dem Augenblick stets Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, seine Zusagen einzuhalten und seine Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zu erledigen. Es ist anstrengend, bei allem wahrhaftig zu sein.
Deswegen sollten wir nicht mehr anfangen, als wir achtsam schaffen können.
Damit wir uns finden und spüren und aushalten können.

Aggressionsmonster:
Zweite Kassa!!!!!1!!!111!
Wir kennen sie, unsere lieben Mitmenschen. Wir wollen sie ja nur bitten, nicht auf dem Gehsteig zu parken, damit wir mit Opa im Rollstuhl, den wir gerade zu einem Spaziergang abholen, passieren können. Und dann werden wir angepöbelt, angeschrien, beleidigt, dass es wehtut.
Aber wahrscheinlich hauen sie nur so planlos drauf auf alles, weil sie keinen anderen Zugang zu Welt haben, weil sie das gute Leben nicht kennen, weil sie ein solches nicht kennenlernen wollen, weil sie sich nichts anderes vorstellen können.
Verkappte Selbstmörder.

Aliens:
Tja: Die Erde ist nix originäres, zusammengestoppelt aus Sternenschrott und Kometenwasser. Der Rest ist Geschichte im Energiegefälle zum extraterrestrischen Raum.
Also sind wir alle irgendwie Aliens.
Eingebürgert hat sich die Bezeichnung aber für vermutete extraterrestrische Kulturen, auch wenn sie in Filmen eher als Unkulturen dargestellt werden. Wir können es einfach nicht lassen, uns wichtig zu nehmen.
Ich glaub ja immer noch, die Aliens, meine Aliens, sind ständig unter uns, ohne dass wie sie bewusst wahrnehmen. Ein Genom in irgendeinem Komentenstückchen, ganz unvorstellbare Lebensarten, wie Steine, die wir nicht bemerken, wie wir bei den Insekten auch nur wenige bemerken.

Amateur:
Ich - der Ersteller dieser Website - bin Amateur.
Sowohl im Webdesign wie auch im fachgerechten und ästhetischen Gebrauch der deutschen Sprache.
Und schon ganz und gar im Hinblick auf Philosophie, Physik Sinn und Zweck, die hinter dieser Website stecken könnten.
Was soll ich sonst noch dazu sagen.

Anfang:
Wie auch "Ende" ein von uns willkürlich festgelegter Zeitpunkt für den Beginn und das Ende eines Beobachtungszeitraums, so wie wir Zeit empfinden.In unserer Zeit ist nichts je absolut ursprünglich oder endgültig. Allenfalls individuell.

Änderungen:
"Wenn die Dinge so bleiben sollen, wie sie sind, dann werden sie sich ändern müssen" von Giuseppe Tomasi di Lampeduse wird gerne zitzierzt.
Ich verstehe es nicht ganz. Wenn sich alle Dinge ändern, dann ist alles anders. Für die Dinge, für den Betrachter.
Ich kann es mir nur übertragen vorstellen: "Wenn wir weiter Frieden wollen, dann werden wird auf einige Privilegien zu Gunsten von... verzichten müssen".
Also "Wenn wir etwas wollen, dann müssen wir etwas tun!"
Ich kann mich nur selber ändern. Ein bisserl schon auch die Welt, aber da möcht ich die Freiheiten anderer nicht beschneiden - und selbst nicht beschnitten werden.
Wenn ich mich selber ändere, dann wird diese Änderung nur nachhaltig sein, wenn ich mich nicht nur kurzzeitig verbiege, sondern meine Gesichtspunkte, meine Werte, anpasse.
Ich ändere also meinen Zugang zur, meine Teilnahme an der Welt. Aber die bleibt deswegen nicht stehen.
Wenn ich gut leben will, muss ich mich in diese Welt einfügen., mich ständig ändern.
Trotzdem gibt es kaum einen Grund, etwas zu ändern, außer Du hältst es nicht mehr aus. Dann nimm Deine Worte aus dem Mund in die Hand.
Man kann aber die meisten Sachverhalte von mehreren Gesichtspunkten aus sehen, gestern, heute und morgen. So oder sonstwie. Schau hierzu unter Veränderung in diesem Glossar nach.

Angst:
Abgesehen von irgendwelchen psychologischen Kategorisierungen drückt die Angst aufs Herz. Angst essen Seele auf.
Sie ist die Summe von nicht aktuellen Bedrohungsgefühlen und nicht notwendig.
Da man angsterfüllt immer das Allerschlimmste unterstellt, kann es in der Realität nur besser sein oder werden - im Vergleich zu den Inhalten von Ängsten.
Vergleich das mal mit Furcht !

Antworten:

Etwas wie ein Blitzlicht: Erhellt für eine kurze Zeit, die vorübergeht, einen begrenzten Bereich.
Niemand braucht Antworten, wenige möchten antworten, alle wollen Antworten.

Archetypus, männlicher?

Ich bin kein Menschenwissenschaftler, als der ich bestätigen könnte, dass die Kategorisierung von Menschen in Archetypen Sinn machte, um Daseinsantriebe zu erforschen. Es gibt da ja noch weitere Ansätze und Typologien, die man - ich - jeweils als Mythos und Muster zum Nachdenken über sich/mich selber heranziehen kann /und heranzog. Diese Mythen beinhalten Wahrheiten und können gefallen. Ich kann mich auch erinnern, ein Buch gelesen zu haben, das solche Typen in ganz anderer, zynischer Weise beschrieb, den Pfarrer, den Offizier, den Baumeister, und vom Stil und Inhalt her würde ich solche Essays am ehesten bei Bertolt Brecht suchen. Ich habe auch schon mehrfach gesucht und hab die Abhandlung nicht gefunden. Wenn Sie etwas wissen, bitte ich dringend um Nachricht.

Eine liebe Freundin und Muse hat Archetypen des Weiblichen gesucht und dargestellt. Sie finden das Ergebnis des Projekts HORNS & ROOTS unter https://jabornik.at, und da finden Sie auch einen einzigen männlichen Archetypus, den Mutigen , hinter dem aber auch ein Lachen steckt. Und ich solle mich zu Männern auslassen. Archetypen kann ich keine schaffen, und ich will auch nicht C.G. Jung nachbeten oder interpretieren. Ich erzähle Ihnen etwas über männliche Typen, wie sie mir auffällig begegnen. Über meine Männer-Stereotypen.


Der Ängstliche
Der Ängstliche hat sogar Angst davor, seiner Angst ungehemmt nachzugeben und einfach davonzulaufen. So untersucht er alles, was er tun sollte, wollte, könnte auf große Risiken und kleine Sinnhaftigkeit und lässt es dann meist bleiben. Bis zum Tod, der lang hinter seinen Lebenängsten versteckt bleibt, tritt er auf der Stelle und lernt nie, mit seinen Lebensgefahren mitzuwachsen.

Das Arbeitstier
In seiner Welt hat das Arbeitstier ein erfülltes Leben, so voll, dass es glücklich erscheint, weil da kein Platz für Sorgen und Brüche ist. Für die Umwelt ist das Arbeitstier kaum vorhanden, es sei denn, man begnügt sich mit definierten Schnittstellen.

Der Betrogene
Ständig glaubt er, übervorteilt zu werden, und nimmt sich die hinterste Milchflasche aus dem Regal. Und weil er ja die ganze Welt ständig versucht, ihn zu betrügen, verzweifelt er an seiner in sich selber vermuteten Moral.

Der Betrüger
Ein Betrogener, der seine Moral über Bord geworfen hat. Alle betrügen, und täte er es nicht, würde er zu kurz kommen. Schön blöd!

Der Erleuchtete
Wer selber keine Leuchte ist, muss angeleuchtet werden, um sichtbar zu sein. Die Universität des Lebens, sogenannte Sozial Media und Internet haben da einiges erleichtert.

Der Feigling
Als Schirm gegen die Angst benutzt der Feige andere, eine Gruppe, in der er sich verstecken kann. Mächtigere Feiglinge sehen für ihre Machenschaften rechtzeitig Menschenopfer, sogenannte Sündenböcke vor.
Wenn ein Feigling vor den Vorhang dieser Anonymität gezerrt wird, nicht mehr davonlaufen kann, dann war er wohl verführt worden, zuvor. Wer wäre er, eine eigene Meinung haben zu können?

Der Freigeist
Er fühlt sich an nichts gebunden, der Freigeist, und hat es geschafft. Keine Abhängigkeiten mehr, und keine Verpflichtungen. Zumindest er hat keine, die anderen ihm gegenüber oft schon.

Der Guru
Auf ihrem Weg durch die Mühen des Lebens suchen viele Menschen einen Guru , dass er sie führen möge.
Das beste, was passieren kann, ist, dass sie lernen, aus sich selber zu leben.
Alles andere sind Abhängigkeiten, zum Gutteil gesellschaftlich gelitten, manchmal aber schon auffällig abstrus.
Diejenigen, die damit Geld verdienen, sind Gurus mit unterschiedlicher moralischer Integrität. Aber sie wehren sich nicht dagegen, als Gurus angesehen zu werden, egal ob es sich um charismatische Bauleiter, Manager, Unternehmensberater oder Sektenführer handelt.

Der Gutmensch
Welche Menschen sind alle gleich?

Der Hetzer
Ein Feigling in Hochform.

Der Hinterhältige
Diese Menschen führen scheinbar ein Leben in der zweiten Reihe, weil man ihnen ihre Charaktereigenschaft kaum nachsieht.
Im Fahrwasser von hinterhältigen Männern passieren laufend Ungeheuerlichkeiten, doch sie sind stets nur dabei gewesen.
Ich fühl mich unwohl neben einem hinterhältigen Mann. Zu Recht wohl.

Der Ironische
Wenn ich sicher sein kann, dass mir jemand beipflichtet, dann werde ich nicht mehr schale Witze machen, sondern mich gern meiner Verzweiflung hingeben.

Der Ketzer
Er möchte sich als neuer Guru etablieren.

Der Lover
Einfühlsam, stark, hart, weich, feinsinnig, ein Tier, kalt, warm, behaart, glatt, blau, rot und Motorradfahrer. Alles, was man meint zu lieben, als Geliebte(r).

Der Mutige
Es ist nicht mutig, mit bloßen Händen einem Drachen gegenüber zu treten. Das ist deppert.
Ich halt mich für mutig, wenn ich bereit bin, diejenigen Angelegenheiten und Sachverhalte in meinem Leben zu ändern, die Schaden und Schmerz verursachen.
Dazu muss ich lernen, die Dinge zu sehen, wie sie sind, nicht nur wie sie mir bequem erscheinen.
Der Rest ergibt sich dann eher zwangsläufig, wenn man mutig war, kann man nicht zurück. Wie schön!

Der Normale
Einer der Mutigsten. Keiner derjenigen, die sich hinter einer Normalitätsfassade verstecken.
Er lebt in seiner Mitte und hat keinerlei Ambitionen, in irgendeiner Weise als besonders angehimmelt zu werden.
Er sieht andere Menschen, Tiere, das Universum als gleichwertig, aber nicht ihm gleich.
Er lebt achtsam und als Teilhaber an den Lebensgemeinschaften und -gesellschaften. Er ist mehr als ein Mitläufer.
Es gibt in nicht, zumindest nicht aus seiner eigenen Innensicht. Aber es gibt einige, die es begriffen haben.

Der Überlastete
Ein Arbeitstier, das die Kontrolle verloren hat, auf dem Weg zum Sterbenden

Der Unglückliche
Ohne Unglück gäbe es kein Glück, und so ist jeder auch manchmal unglücklich.
Man(n) muss aber schon glücklich sein wollen, um all das Schöne und Positive in der Welt zu sehen und glücklich zu sein.
Man braucht nur seine Erwartungen hoch genug anzusetzen, um sie nicht erreichen zu können und unglücklich zu sein.
Oder man wählt den direkten Weg in eine schlechte Welt.
Dann ist die Welt aber wirklich schlecht, und man(n) braucht nicht andere anzulabern.

Der Unschuldige
Im Strafprozess gilt die Unschuldsvermutung. Das ist menschenwürdig.
Im Zivilprozess sollte es keine wesentliche moralische Schuld geben, obwohl sich hier manchmal auch Ungeheuerlichkeiten auftun.
Die Beweislastumkehr im Verwaltungsrecht ist ein Geschenk an die Behördenorgane . Wir haben damit zu leben gelernt.
Abgesehen davon gibt es den Unschuldigen oft auch als Feigling (siehe oben, keine weitere Erklärung) oder als Unschuldslamm (stell ich mir immer mit frechem Lachen vor).

Der Selbstlose
Ist er das? Wirklich? Und wenn er es wirklich ist, dann stimmt auch was nicht!

Der Schuldige
Neben den juristischen Zuordnungen entweder ein Sündenbock oder ein Masochist. Oder jemand, der sühnen möchte.

Der Sterbende
In Erkenntnis des bevorstehenden Todes tritt ein Mensch vor seinen Richter - sein Gewissen.
Oder: Ultimative Ausformung des Leidenden. Irgendwie ein auf vorwurfsvoll gepimpter Selbstloser.

Der Streitsüchtige
Er hat in seiner Kindheit gelernt, sich mit Lautstärke und Aggressivität durchzusetzen. Er instrumentalisiert seine Wut, um die notwendige Energie für Auseinandersetzungen und Einschüchterungen zur Verfügung zu haben. Meist wird nur ein Brüllen daraus, doch erfolgreicher wäre er mit einer Waffe.

Der Weltverbesserer
Theoretiker, dem man die notwendigen Mittel zur Umsetzung seiner Pläne ständig in bösartiger Weise vorenthält. Meist sind auch die Ziele nicht so detailliert durchdacht, aber wer Erfolg will, muss Opfer bringen..
Für den Weg zur Ausführung ist auch zu berücksichtigen, dass die Welt rund ist: Geht man nur weit genug nach links, dann kommt man rechts heraus.

Ich, Du, wir
Mischtypen mit wechselnden Neigungen und Zielen.

Ach ja, da fällt mir noch Elias Canetti ein: Masse und Macht . Passt da gut dazu.

Aufenthalt:
Verweilen an einem Ort oder in einer Situation. Physikalisch gibt es kein Verweilen, keine Stase.
Im Leben auch nicht.
Nur das Gefühl von Entspannung und Frieden in einer so empfundenen Situation.

Augenblick:
- Zeitmaß. Ungefähr so wie "Eutzerl" oder "Ar....ecken".
- Angabe eines Zeitpunktes.
- Begegnung der Blicke zweier Menschen, meist nur für einen Augenblick, wobei die Toleranzen bei der Umlegung auf herkömmliche Zeitmesssysteme beachtlich sind.
Es gibt ja Augenblicke, die scheinen ewig zu dauern.

Ausfahrt:
Mit einigen Männern habe ich eine Motorradtour gemacht. Einige habe ich gekannt. Einige nicht. Das war das einzige explizit Einige.
Sie hatten alle stärkere Motorräder als ich, und man kommt ganz schön in Stress und ins Hetzen, um da zumindest nicht vollständig abzureissen. Und darum war diese Ausfahrt eine andere, als ich sie kenne: Bei der die Gedanken treiben und sich für Augenblicke bis zur nächsten Kurve an verschiedene Ideen binden. An das Blühen der Bäume, die Bahnen der Vögel, das Walken des Reifenprofils, und wie das Wasser zwischen Reifen und Fahrbahn abgeleitet wird. Beim Geradeausfahren, in Kurven.
Die schnelle Fahrt war anstrengend. Ich hätte meine Gedanken auch hier treiben lassen können. Schnellere Gedanken. Die kommen noch nach. Sicher.
Ich bin nicht mehr jung und merke doch einige Einschränkungen, die ich im Altern hinnehmen muss, und kenne meine Ängste. Beim schnellen Fahren hat man keine Ängste. Kein Platz hierfür. Es geht um die nächste Kurve.
Meine Mitfahrer hatten alle ihre Wunden und Versehrtheiten. Mehr angstmachend als meine. Wir waren pragmatisch. Auch das ist eine Art von Herzenswärme: Respekt. Wahrhaftigkeit. Die Welt zu sehen, wie sie ist. Kein Ziel: Nicht innen, nicht außen. Nur Sein.


Bauchweh:
Physisches oder psychosomatisches Symptom in der Bauchgegend.
Unangenehm. Weil es unter Umständen ordentlich weh tut.
Unangenehm, weil die Folgen peinlich sein können.
Und der Bewegungsspielraum ist üblicherweise ordentlich eingeschränkt.
"Pfeif Dir nix" ist der euphemistische Ratschlag.

Begegnung:
Tangente.

Beschäftigung:
Es ist fraglich, ob wir überhaupt wahrgenommen würden, von außen, als selbst, wenn wir uns nicht überwiegend beschäftigen würden. Ich frag mich auch, wie sehr da die Ähnlichkeit zu "Beschaffen" eine Spur legt.
Manche beschäftigen sich mehr mit der Welt, manche mehr mit sich selber.
Die Ergebnisse kennen wir.

Besorgniserregend:
Ich mag dies Wort ganz wirklich nicht, es klingt mir so verlogen!
Was meint man jetzt: Gefährlich, - oder doch vielleicht nur nicht ein wenig? Bedrohlich? Kritsch? Krank? Bang?
Da wird die Besorgnis erregt, oder man wird von der Besorgnis erregt. Oder irgendein selbsternannter Sprecher der besorgten Bürger möchte mich erregen.
Sorge hat ja mittlerweile mannigfaltige Bedeutungen gewonnen, ersichtlich auch auf der Verwendung des Wortes:
Besorgt sein.
Sorge tragen.
Sorgen machen.
Fürsorglich sein.

Beziehung:
Jedermann wird die Begriffe wohl mit seinen Vorstellungen füllen. Für mich ist eine Freundin eine Freundin (wie ein Freund) und damit keinesfalls auch eine Geliebte, Gespielin, Partnerin, Frau. Ich finde keinen dieser Begriffe diskriminierend, doch ist mir klar, dass es dabei sehr wohl Macht und Ohnmacht geben kann.
Weil ich schon so differenziert habe hier, brauch ich die Beziehungsformen, was ich da meine, wohl nicht näher zu erläutern.
Formaljuristisch gibt es viele Unterschiede. Hier ist mir Platz und Zeit zu knapp, das ordentlich zu diskutieren. Ich meine dazu aber jedenfalls (und lediglich): Es ist sehr schwer und oftmals ungerecht, das Einzelschicksal in Statistikdaten darzustellen, daraus ein allgemeines Regelwerk zu konstruieren.
Seltsam ist, dass die "Liebe" zwischen Mann und Frau, wie sie schnell hingesagt wird, so wenig mit Freundschaft unter einen Hut geht.
Und im übrigen kann man das - auch ohne dass es gegendert ist - auf alle physischen und psychischen Paar-Konstellationen weitgehend anwenden.

Bildung:
Durch Vermittlung erlangtes Wissen über ein oder mehrere Fachgebiete.
Wir können nicht alles selber entdecken, und daher ist Bildung gut. Trotz der Gefahr der Einflussnahme.
Bildung zu erlangen erfordert schon eine gewisse Grundintelligenz; es gibt Koinzidenten zwischen dem Bildungsgrad und Intelligenz, aber möglicherweise zum Teil nur schwache Kausalitäten, und zwar in beide Richtungen.
Da im Namen der "Bildung" manipuliert werden kann, ist sie ein wesentlicher politischer Gegenstand.
Was ist Bildung, wenn sie nicht zur Anwendung kommt, nicht mit der Welt und dem Leben verknüpft wird.
Wozu medizinische Lehre, wenn sie nicht auf den Menschen Anwendung findet, wozu Ingenieurswesen, wenn es nicht gestaltet? Wozu Mathematik, wenn sie nicht zur Beschreibung der Welt Anwendung findet? Oder zur Weiterentwicklung ihrer selbst (das gilt für alle anderen Gebiete auch).
Es ist also die Verknüpfung, die dynamische Verbindung der Lehren untereinander, mit der Welt, durch die Bildung erst wirksam wird.
Wird das ebenfalls gelehrt?
Ist das das, was wir als Intelligenz bezeichnen?
Ach ja, und ich vergaß die "Herzensbildung". Zumindest mir ist die am wichtigsten.

Bobo:
Sitzt im Café und weiß, wie eine gute Welt aussieht.
Arg, dass sie nicht so ist.Schön, dass sie ist.

Dinge:
Dinge sind nur das, wofür wir sie halten. Oft erwarten wir zu viel, denn Dinge sind keine Lösungen.

Dummheit:
Dumm ist, wer Dummes tut! konstatierte Forrest Gumps Mama, und diese Definition " fernab jeglicher Intelligenzbewertung, Einbeziehung von Lernwissen oder kulturellen Einflüssen erscheint mir gut.
Offen bleibt allerdings, was denn das "Dumme" sei.
Ich hab dazu vor Kurzem erst ein kleines, offenbar neu herausgegebenes Büchlein gelesen: Dummheit (übermorgen) von Heidi Kastner, das ich wirklich nur weiterempfehlen kann.
Sie nähert sich allerdings auch nur an: Über Querulantentum, Gefühlsdummheit, Empathielosigkeit.
Dumm wäre wohl, was weitgehend planlos - jetzt oder in Zukunft - gegen andere und sich selber gerichtet sei. Daneben gibt es noch die Banditen , die geplant anderen schaden und sich selber (zumindest kurzfristig) nutzen.
Erschreckend unterschätzt würde die Zahl der Dummen.

Mir fällt dazu noch ein, dass ich irgendwann eine Definition von Perversion , nicht sexuelle allein, gehört habe, die in etwa lautete, dass alle Handlungen, die nicht darauf ausgelegt wären, vom Gegenüber gemocht/geliebt zu werden, derart bezeichnet werden könnten. Erotische Perversion, oftmals allerdings auch nur religiös/gesellschaftlich/politisch als solche definiert, wäre im Sinn der vorhergehenden Erklärung eine Art sexueller Hass, durchaus in versteckten Formen, durchaus als Sub- und Objekt.

Dummheit und ihre Berührungspunkte zur Perversion , losgelöst von einem Messwert namens IQ. Wer sind wir?
Weisheit zu denken, zu sagen, zu tun, kann über die Welt reflektieren, auch über sich selbst. In dieser Selbstreferenz ist dann leider auch schon die Möglichkeit zur Negation, somit zu Paradoxien angelegt. Was ist also dumm?
Immanuel Kant kann mich nicht trösten: Es ist zum Fürchten.

Leben wir drauf los und verlassen uns ein bisserl auf die Liebe, die Gelassenheit, den Mut und das, was wir zu denken gelernt haben.
Wir wissen nur von Spuren ...
Und die Geister können uns auch nicht helfen.


Eifersucht:
Ich weiß zwar nicht, ob ich den Kontrollgegenstand will, aber ich will die Kontrolle!

Einlassen:
Sich auf etwas einzulassen heißt, es herein zu lassen und zu einem Bestandteil seines Lebens zu lassen.
Es wird sich was ändern.
Es ist immer eine Erweiterung.
Es gibt keinen Grund, etwas zu ändern, außer man hält es nimmer aus.

Einsicht:
Einsichten verbessern die Aussichten.

Eitelkeit:
Ich denke in letzter Zeit manchmal darüber nach, ob ich eitel bin, wenn ich hier schreibe.
Für mich selber ist es der Spaß am Schreiben, Geschichten zu erzählen, der mich antreibt. Eine gewisse Pingeligkeit, mit der ich meine Gedanken auf die Reihe bringen muss. Freude darüber, dass ich mir - aus meiner Sicht - so wenig pfeife (eigentlich das Gegenteil einer ersten, unmittelbaren Eitelkeit).
Vielleicht schreibe ich mir auch einiges von der Seele. Ich weiß es nicht.
Haben Sie ihre Meinung zu mir. Nach Belieben.
Ich freu mich trotzdem, dass Sie bis hierher gelesen haben.

Emergenz:
Wenn man viel von etwas Bekanntem zusammentut, entsteht was ganz Neues.
Gefällt mir als Idee sehr gut, aber gibt es das wirklich, eine Emergenz ? Oder spielen da - in Summe - dann nur Eigenschaften eine Rolle, die beim einzelnen Ding absolut unsichtbar waren: zum Beispiel. die Oberfläche und innere Strukturen eines Schwarms von Fischen oder soziale Strukturen in wachsenden Gesellschaften?
Das Leben ist in jedem Fall toll, man muss nur einen Blick riskieren.

Empathie:
die Fähigkeit, sich treffsicher in die Gefühle und Gedanken anderer Menschen hineinzuversetzen.
Dazu braucht es aber ein Mindestmaß an Begegnung und/oder Information sowie die Fähigkeit, sich auch in andere Persönlichkeiten hineinversetzen zu können.
Besonders empathische Menschen können auch "Profiler" werden, Fallanalytiker, die aus Tatortspuren Persönlichkeitsmerkmale von Straftätern herausdestillieren können (dazu würden mich ja nicht nur spektakuläre Erfolgsgeschichten, sondern konkrete Analysetiefen und statistische Daten interessieren).
Ob Schauspieler*X empathisch oder eher narzisstisch sind, wäre im Einzelfall zu ermitteln.
Das gilt für alle Selbstdarsteller*X.

Entscheidungen:
Jede Entscheidung für etwas ist gleichzeitig auch eine Entscheidung gegen etwas. Du brauchst nur genau genug hinzuschauen.
Manche Menschen lieben es, Entscheidungen zu treffen, selbst wenn solche gar nicht notwendig sind.
Manche vermeiden Entscheidungen, sogar wenn sie notwendig wären.
Und andere wiederum treffen Entscheidungen zu Sachverhalten, die sich auch ganz ohne ihr Zutun in die entschiedene Richtung ändern.
Es lohnt sich wirklich, genau hinzuschauen, mehrfach. Und aus verschiedenen Gesichtspunkten.

Enttäuschungen:
Unerfüllte Hoffnungen, Wünsche oder Erwartungen.
In dieser Reihenfolge. Aufsteigend.
Die Folge ist meist übellaunig. Siehe auch "Groll".

Erkennen:
Wir sehen, hören, riechen, tasten, fühlen und denken und erkennen solcherart, was wir einzuordnen versuchen.
Wir sind Mustererkennungsmaschinen, weil das der Mensch zum Überleben brauchte: ein Raubtier davonlaufen! Eine Frucht giftig oder essbar? Ein Mensch Freund oder Feind.?
D
ie Muster sind abstrakter geworden, das Denken hat sich - bei vielen - über unser sinnliches Erkennen erhoben.
Wir täuschen uns selbst gern über unsere Erkenntnisfähigkeit und unser Erkennen.
Als biologische Art sind wir stärker geworden auf dieser Welt, auch durch unsere Erkenntnisfähigkeit. Mit unseren Vorstellungskapazitäten leisten wir uns den Luxus, unser Erkennen in viele Kategorien, neben lebensnotwendigen und entwicklungsbedingten Rubriken auch selbstgeschaffene, scheinbar zweckfreie, widersinnige, einzuordnen. Aus Spass an der Freude: Abgesehen von Existenz- und Luxusfragen verursacht auch das Ausmalen drohender Gefahr einen - durchaus gewollten - Nervenkitzel, ist auch ein Mittel, um Menschen anzutreiben und Massen zu bewegen, ist auch Geschäftsmodell, ist in Gruselfilmen auch Mittel, um unterhaltende Erregung zu verursachen ...
Viel können wir erkennen, doch ist alles Erkannte nur ein Teil der Welt, ein kleiner, und wir sollten bescheiden bleiben, demütig, und vor allem immer wissen, dass wir uns nicht so selbst erkennen in der Welt, wie es angemessen wäre.
Das gilt für uns und für Dich und für mich.

Erfindungen:
Vielleicht 500.000 Jahre Erfindungen und Entdeckungen begründen unser heutiges Leben. Vielleicht.
Ich gestehe, Wikipedia konsultiert zu haben, und auch kurz für Sie:
Erfinden kann man etwas zuvor nicht dagewesenes. Dazu gehören materielle Dinge, Verfahren, aber auch abstrakte Gegenstände, wie z.B. ein neues Versmaß.
"Entdecken" kann man bereits zuvor dagewesenes.
So gesehen sind für mich die meisten Erfindungen nur Entdeckungen. Schon vor dem Rad rollten runde Steine, und auch Gummi vulkanisierte in Mittelamerika neben Vulkanen in der Sonne. Irgendwie auch nur Evolution.
Aber ich hab für mich eine Dreiteilung der Erfindungen in der heutigen Zeit vorgenommen:
Erfindungen bzw. Entdeckungen, die man doch eher braucht: Z.B. Toiletten, Musik, Tanz und Theater, Heizungsanlagen, Kraftwerke.
Erfindungen, die das Leben erleichtern sollen: Basieren auf Beobachtung des menschlichen Tageslaufes. Sie ahnen nicht, wie viel Platz in der Küche ist, wenn man all diese Erfindungen entsorgt.
Erfindungen, die das Sein betreffen: Tja, ich kann mir sowas leisten. Hoffentlich kann ich es auch brauchen. Und bei diesen Kosten muss das Ding ja gut sein.
Möglicherweise sind viele Erfindungen unnotwendig, der Umgang damit nichts als ein Spiel. Dann sollten wir gefälligst auch lachen dürfen und können.

Erwartungen:
Hoffnung mit als hoch angenommenen Erfolgswahrscheinlichkeiten (siehe dazu auch "Hoffnungen", "Wünsche", "Enttäuschungen" und "Glaube").
In unserer Zeit wird die "berechtigte Erwartung" oft ins Treffen geführt, als Rechtsgegenstand, als wäre sie ein manifestes Gut, nicht nur die Wahrscheinlichkeit, die sie letztendlich ist.
Schenk Dir einmal, alle Deine Erwartungen zu löschen!

Essbar:
Von Ambrose Bierce, Des Teufels kleines Wörterbuch
Wohlschmeckend und bekömmlich - wie der Wurm für die Kröte, die Kröte für die Schlange, die Schlange für das Schwein, das Schwein für den Menschen, und der Mensch für den Wurm.
Etwas:
Nichts als eine Manifestation, sozusagen nicht Nichts. Wir geben einen Namen, vermuten und verleihen eine Eigenschaft und haben eine Erwartung. An etwas, das im Bezug auf uns nimmer nichts ist.
Das Etwas kann aber später wieder aus unserem Leben verschwinden. Wir wissen nicht, ob es dann nicht wieder nichts wird. Mir fällt gerade das Verb "vernichten" ein.

Evolution:
Bezogen auf die Biologie setzt sich nicht das Stärkste durch, sondern das am Besten angepasste. Der Opportunist?

Fragen:
Warum bekommt man auf manche Fragen keine sinnvolle Antwort?
Warum wird es für sinnvoll gehalten, zu manchen Themenkreisen sogenannte "geschlossene Fragen" zu stellen, also welche, die nur mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können? Und besteht nicht die Gefahr, dass gerade solche Fragen gegen den Befragten verwendet werden?
Warum führen "offene Fragen" so oft zu weiteren Fragen, und wenn man nur genügend lang weiterfragt, in Paradoxien?
Findest Du nicht auch, dass Fragen mit verneinenden Bestandteilen nicht leicht oder eindeutig zu beantworten sind?
Fragen über Fragen?

Freude:
Wir wissen alle, wie sich Freude anfühlt. Und ich wünsch uns allen, dass wie es nie verlernen, sich zu freuen wie ein Kind.
An mir selber bemerke ich, dass immer weniger notwendig ist, mich freuen zu können (aber die Streiche müssen schon gut sein!)

Frieden:
Die Dinge haben nie von sich behauptet, leer zu sein,
und sie haben auch nie von sich behauptet, Form zu sein.
Sie behaupten nicht von sich, richtig oder falsch zu sein.
Genauso wenig gibt es einen Geist, der den Menschen bindet oder fesselt.
Nur weil die Menschen selber nichtigen und willkürlichen Anhaftungen Raum geben, schaffen sie so viele Interpretationen, kreieren sie so viele Arten von Meiningen und lassen die verschiedensten Arten von Ängsten und Vorlieben aufkommen.
Mach Dir klar, dass die Dinge nicht von sich aus in Deinem Leben entstehen. Alle Dinge treten nur durch einen mentalen Vorstellungsimpuls deinerseits in Deine Existenz. Du klammerst Dich fälschlicherweise an Erscheinungen.
Wenn Du bemerkst, dass zwischen dem Geist und den Dingen kein weiterer Zusammenhang besteht, wirst Du auf der Stelle Befreiung erlangen.
Alles befindet sich dort, wo es ist, in einem Zustand der Stille. Dies ist der Ort, an dem es Erleuchtung gibt. (Zen-Worte).

Furcht:
Man fürchtet sich vor beschreibbaren Bedrohungen.
Es zahlt sich aus, seine Furcht zu beherrschen, sonst beherrschen dich die Furcht und diejenigen, die dir zum Fürchten erscheinen.
Und wir werden sowieso alle sterben.

Gegenteil:
Umgangssprachlich ist das Gegenteil eines Sachverhalts so etwas, das gesehen wird wie das Gegengewicht auf einer Waage. Ist es aber nicht: Das Gegenteil von "dunkel" wäre "hell", von "klein" wäre es "groß". Nicht komplementär "undunkel" oder "unklein".
Gegenteilige Sachverhalte heben einander nicht auf, eher ergänzen sie einander.
Wie könnte man Nähe spüren ohne Abstand?

Geschlecht:
Wird in verschiedenen Härtegraden für die sexuelle Disposition von Lebewesen, insbesondere Menschen, verwendet. Sowohl von der Zielsetzung als auch von möglichen Begleiterscheinungen bei der funktionellen Inanspruchnahme der entsprechenden Organe her müsste es - nach meiner Ansicht - eher "Gehgut" heissen.

Gespenst:
Gesponnenes Gespinst des Geistes.

Gesundheit:

Neulich spazierte ich durch die Stadt und sah hinter einem Schaufenster Dutzende Menschen auf Lauf- und Step-Maschinen, an Recks und Kraftapparaten, in einem bunten uniformen Aufzug, sich den Schweiß abtrocknend und aus Plastikflaschen trinkend.
Lobenswert!
Lobenswert ist zumindest, dass die Funktionen des Körpers trainiert werden. Über die Begleitumstände im Schaufenster lässt sich nach meinem Dafürhalten diskutieren.
Schrecklich fände ich es, wenn die Trainierenden glaubten, durch ihr Training ihr Leben vollständig kontrollieren und optimieren und sozusagen unsterblich werden zu können. Schrecklich wäre ihr Erwachen.
Irgendwie geht mir dieser eitle Körperkult samt ergänzenden Gesundheitsschwurbel auf die Nerven. Er reduziert das Ich auf eine Ahnung von Biologie, mit weniger als Halbwissen, ohne Vertrauen auf die Natur, ohne jeglichen Respekt.
Ich fühle mich als mehr als mein Körper, weil ich mich über mich selber erheben kann. Ich bin einer von vielen unperfekten Menschen. Ich bin nicht optimiert. Ich hab aber das Glück, nicht wirklich eingeschränkt zu sein.
Und wäre mein Körper krank, warum sollte mein Gest deswegen nicht frei und stark sein können?

Glaube:
Verdichtete Hoffnung.
Monotheistische religiöse Glaubensrichtungen beziehen sich dabei zu einem guten Teil auf den Tod und die Angst davor, sowohl individuell als auch für die jeweilige soziale Gruppe.
Fragen sie dazu einmal einen Psychologen oder Ethiker.

Gleichgewicht:
Ein Vorgang in Folge der Wirkung von zwei entgegengerichteten Vorgängen gleicher Mächtigkeit. Nix Dauerhaftig, eher was statistisch zu betrachtendes.
Es ist nicht unaufwändig, Gleichgewichte herzustellen und aufrecht zu erhalten. Wohin geht diese Arbeit?

Groll:
Gewolltes Dauerrülpsen ohne Druckentlastung.

Gut und Böse:
Eine Frage des Standpunktes.
Ein Standpunkt in der Zeit.
Dementsprechend ein gesellschaftlicher Konsens.
Letztendlich auch eine Stimmungslage.

Hass:
Nicht das Gegenteil von Liebe, eher die Rückseite, die durch Zurückweisung entstehen kann, wenn die Liebe nicht stark ist.

Hautauflegen:
Altes Zaubermittel. Ausprobieren. Funktioniert am Besten in Verbindung mit "Ruhe".

Helden:
Manchmal gibt es Menschen, die für ein Ziel sehr viel riskieren.
Manchmal ist man ihnen in breitem Konsens dankbar dafür, und so behält man sie als mutig und sozial in Erinnerung.
Die meisten Helden sind aber Erfindungen, um die Gefühle der Menschen zu lenken.
Sie erleichtern der Herrschaft das Herrschen.

Hingabe:
Hingabe ist, sich selber vollständig zu vergessen und sein Leben in die Hände von jemand anderem oder einer - angenommenen - höheren Macht zu legen.
Es gehört absolutes Vertrauen dazu, sich hinzugeben: Einem Menschen, einer Tätigkeit.
Wenn ich mich hingebe - machen wir es einfacher: dem Motorradschrauben - dann komme ich in einen meditativen Zustand. "In the flow" - ich mag das.
Hingabe hängt - als soziale Interaktion - wahrscheinlich stark mit "Schenken" und "Annehmen" zusammen, eine Art Verschmelzung.

Hochmut:
Was anderes als Großmut. Ziemlich anders.

Hoffnung:
Anspruch, dass bestimmte zukünftige Sachverhalte eintreten werden.
Die angenommene Wahrscheinlichkeit, der Grad an Hoffnung also, variiert meist stimmungsgebunden, und auch der zukünftige Sachverhalt ist für den Hoffenden meist verhandelbar.

Hölle:
Wenig wünschenswert erscheinender Entwurf eines Grillfestes, um ein nicht vorstellbares Paradies wünschenswerter erscheinen zu lassen.

Humor:
"Humor ist, wenn man trotzdem lacht!"
Mit heiterer Gelassenheit möcht ich die Brüche meiner Welt als Stufen sehen.
Die Richtung kenn ich nicht, doch wird es immer besser.

Ich:
Überlebensalgorithmus mit Selbstbezug (Rückkopplung).
Zum Teil schlecht eingestellt ( erzogen ).

Katzen:
Täglich fallen Meteoriten und Meteore auf die Welt, und es sollen sogar schon Kometen gewesen sein.
Wären die !Katzen nicht, die alles über den Rand der Welt hinabwerfen, so wäre diese schon überschwer geworden und abgestürzt.
So retten die Katzen die Welt.

Kitsch:
Kitsch ist Geschmackssache und für jede*n ein anderer.
Kitsch ist Geschäftssache.
Mit dem Kitsch ist es wie mit den Vorlieben. Man könnte sich so richtig wohlfühlen, aber man getraut sich nicht, es zuzugeben. Also lassen Sie mir meinen Kitsch, ich lasse Ihnen den ihren.

Kleckse:
Tintenkleckse sind Flecken auf einer Seite, die von unbeabsichtigt aus einer Feder tropfender Tinte gezeichnet werden. Solche Kleckse können stören oder auch verzieren, wie ein Schönheits-Muttermal. Sie stören nicht, sie unterbrechen nicht den Lesefluss, sie erfordern keine Kraft, weil sie sind einfach nur und dauerhaft da. Von sich aus.
Anders ist es mit Superkleber-Klecksen auf der Sessel-Sitzfläche.

Kontinuität:
Ein Kontinuum ist - etymologisch hergeleitet - etwas lückenlos Zusammenhängendes
.
Also keine Überraschungen, kein Grund zur Panik: Die Welt, in der wir leben, wie wir sie erleben, ist kontinuierlich. Nichts wird sich unerwartet ändern.
Dass vieles - auch wir - in dieser Welt nur episodenhaft in Erscheinung tritt, gehört zu dieser Kontinuität, ebenso wie unser Vergehen, das Vergehen der Menschheit, der Erde, der Sonne und wahrscheinlich des ganzen Dings, das wir als Universum für allumfassend halten.

Körperrasur:
Mode. In meiner Kindheit modete es wild buschig.
Wenn man da schon was machen will, ist die Rasur leichter als sonstige aufwendige Stylings mit möglicherweise u8nabsehbaren Nebeneffekten.
Gefährlich halt. Mit Rasiermesser im physischen und insgesamt im ästhetishen Sinn.

Kryptisch:
Kryptische Rede ist schwer zu deuten. Dafür sind mehrere Gründe vorstellbar:
- Man kann es nicht anders.
- Man will es nicht anders.
- Es gibt keine gemeinsame Sprache oder kein deckungsreiches Weltbild.

Kunst:
Kunst - wie ich sie naiv verstehe - erzählt immer Geschichten:
in Bildern, Worten, Musik, Dingen, Ereignissen....
Die Kunst, Geschichten zu erzählen, ist die Kunst, diese Geschichte in die Herzen und Köpfe der Zuhörer einzupflanzen. Sanft, so dass diese sie wollen und zu ihrer Geschichte machen. Oder zu einer wichtigen Geschichte in ihrer eigenen Geschichte.
Geschichten sind die Schiffe, die zuvorderst in die Meere des Unbekannten aufbrechen, Leuchtfeuer entzünden, für die, die nachkommen wollen, und aus der Ferne locken "Folgt mir".
Kunst ist keine Wissenschaft, und sie ist kein Handwerk, obwohl man Beides braucht, um Kunst hervorbringen zu können oder sie sich hervorbringen zu lassen. So wird die Kunst, Geschichten zu erzählen zur Geschichte über die Kunst. So ist die Kunst der Wegbereiter der kommenden Geschichte der Menschheit.
Wie bei 1001-Nacht müsste es funktionieren, die Menschen zu fesseln, einen bestimmten Menschen zu fesseln. Jeweils ein offenes Ende zu lassen und so den Wunsch nach Fortsetzung aufrecht zu erhalten, zu verstärken, und damit abzulenken von einigen Kümmernissen. Vom Kümmernis, dass die Welt schlecht wäre, beispielsweise. Wir wissen ja gar nicht, ob sie schlecht oder gut ist, und es gibt genügend erzählte und nichterzählte Geschichten, dass das Eine das Andere sein oder werden könne.
Wir können es nicht erforschen: Schauen wir ganz genau hin, wie z.B. Staubfasern im Streiflicht der niedrig stehende Sonne mit den Luftmolekülen tanzen, dann sehen wir vielleicht die Löwen und Giftschlangen 5 m links oder rechts von uns nicht, die uns gleich den Garaus machen werden, und auch nicht den hilfsbedürftigen Fisch in der vertrocknenden Wasserlache zwischen uns. Wir sehen dann vielleicht nicht, dass der Zug, unser Eisenbahnzug, abfährt, ohne dass wir zugestiegen sind.
Wenn wir aber zurücktreten, dann werden aus den tanzenden glitzernden Staubpartikeln nur mehr Leuchtstrahlen, die von der Sonne zu kommen scheinen (wobei sie in Wirklichkeit nur das Sonnenlicht zurückwerfen). Löwen und Giftschlangen bemerken vollen Enttäuschung unsere Aufmerksamkeit, der Fisch freut sich, weil wir ihn in ein Wasser zurückwerfen, bevor wir in den Zug zusteigen.
Wenn wir nun noch weiter zurücktreten bemerken wir deutlich, dass es nur eine dünne Lufthülle dieses Planeten gibt, und welchen Einfluss die Lufthülle der Erde auf das Leben haben könnte, hat.
Einige 100.000 km weiter ist die Lufthülle nur mehr ein Teil eines entfernten Planeten, spektrographisch nachweisbar, aber nur in ihrer Gesamtheit. Wir sehen keine Staubfasern mehr, die im Licht tanzen.
Wo ist jetzt die "Wirklichkeit", das, was wir wissen wollen? Und wer sind die Guten, wer die Schlechten in dieser Welt? Aus welcher Entfernung darf ein solches Urteil gefällt werden, räumlich und/oder zeitlich?

Leben:
Das Leben ist ein verdammtes Provisorium.
Für jemanden, der seine Sachen in Ordnung halten will eine Beleidigung. Aber es hilft alles nichts: Nimm es, leb es, denn mehr gibt es nicht.Und wenn Du lebst, dann liebe es. Als das, was es ist: Ein Provisorium.

Liebe:
Sie liegt unserem Wesen zugrunde und hat mit Begehren zu tun, am Anfang. Doch wenn es wirklich Liebe ist, dann erhebt sie sich über diesen persönlichen Wunsch hinaus.
Das klingt jetzt übertrieben, weil viele denken da an Selbstverleugnung. Doch Liebe denkt als wir und meint damit das Gute für die ganze Welt.


Natürlich kann man einander in Beziehungen auch gegenseitig wehtun, der Partnerin, dem Partner, oder dem Drumherum.
Das wird oft mit Liebe verwechselt, wenn das Rumpelstilzchen hüpft, weil ihm nicht alles nach spontanen Wünschen geht. Wir sind halt ziemlich ungeschickt und haben dominante Antriebe.
Was ist die Liebe denn für Dich? Eine Tangente? Ein Paarlauf? Ein Lebenstanz? Ein Ereignis? Glück und Traurigkeit?

Liebeskummer:

Die Zurückweisung: eine ultimative Kränkung.
Im ersten Augenblick will man nicht wahrhaben.
Dann wird man hin- und hergerissen zwischen Trauer, Ablenkung, vielleicht auch Hass.
Es wird besser, wenn Du es zulässt.
Wenn der Tanz geendet hat, kann man das Gewesene - aus großer Entfernung - als Tangente sehen. Im Sinn der Geometrie stimmt das aber wahrscheinlich nicht.

Lösungen:
Es gibt keine dauerhaften Lösungen für Deine Probleme, für meine Probleme, für irgendwelche Entwicklungen.
Wenn Dir jemand eine solche verspricht, dann will er Dich nur ausnehmen.

Lügen:
Anstrengende Tätigkeit zur Übung der permanenten Selbstkontrolle mit der Absicht, sich einen Vorteil zu verschaffen. Das Risiko ist meist wesentlich größer.

Meinung:
Meine! Ich habe sie auf jeden Fasll. Du auch. Jede und jeder!
Ich bilde sie mir aus Fakten, die mir glaubhaft erscheinen.
Ich bin gern bereit, sie zu revidieren, wenn sich eine neue Faktenlage ergibt und herausstellt, dass meine Meinung falsch war.
Ich bin gern bereit, sie im Dirkurs zu erproben.
Ich würde mich schämen, sie nicht zu vertreten.

Mode:
Mode ist ein Gesellschaftsspiel. Jemand sagt, was Sache ist, und der Rest wetteifert, die Interpretation mit dem meisten Beifall zu finden und herzuzeigen.
Warum?
Um das nächste Mal sagen zu dürfen, was Sache ist.
Ein Machtspiel also, nicht nur auf dem Bekleidungssektor.

Moralische Entrüstung:
Laut Helmut Qualtinger der Heiligenschein der Scheinheiligen.
Ich bin ebenfalls dieser Meinung.

Mut:
Die Eigenschaft, trotz Angst denk- und handlungsfähig zu bleiben, im Rahmen eines realistisch eingeschätzten Möglichen.
Dazu gehört auch die Fähigkeit, hinzunehmen, was man nicht ändern kann.
Mutig ist es, niemand Besonderer sein zu wollen.
Mutig ist, alle Möglichkeiten seines Lebens gut zu leben.
Mutig ist, sich auf die Zukunft zu freuen.
Mutig ist, zu vertrauen, und Vertrauen macht Mut.
Raserei und Übermut sind nicht mutig.

Nähe:
Verringerte Distanz in Raum, Zeit und Seele. Man könnte glauben, dass es sich um das Gegenteil von "Abstand" handelt. Ist es aber nicht.

Nichts:
Was anderes als Etwas. Sozusagen gar nix, also nicht einmal Leere.
Newton hat uns die Bühne Raum im System Zeit erklärt, und das funktioniert für den menschlichen Alltag ganz gut. Bedeutet aber, dass man die gesamte Zukunft ausrechnen kann, wenn man sich nur genügend anstrengt.
Einstein hat die Zeit zu einer weiteren Dimension degradiert und die Raumzeit postuliert. Kann man so sehen, aber letztendlich ist die ganze Welt dann wie ein Eisblock, in dem alles bereits quasi vorhanden ist, und wir kriechen da entlang unserer Lebensspur einfach durch.
Smolin meint, fix ist nur die Zeit, und nicht mal die ist fix im Sinn von normiert. Alles andere kann und wird sich ändern. Schöner Gedanke von Freiheit.
Wir wissen nicht, wie sich Nichts anfühlt, weil wir sind in der Welt, und man kann nicht ein System von innen heraus vollständig beschreiben.

Oblomowismus:
Wenn man im Internet zu Oblomowismus recherchiert, findet man Folgendes: Oblomowismus , ein nach dem Roman Oblómow von Gontscharow gebildetes Wort, das zur Bezeichnung der träumerischen und unentschlossenen Trägheit, welche dem russischen Naturell eigentümlich ist, eine Zeit lang sehr im Gebrauch war. Iwan Gontscharow (1812 1891) wollte in diesem 1859 als zweiten einer Trilogie erschienen Roman die Faulheit und Unentschlossenheit der russischen Aristokratie anhand des Lebenswandels der Titelfigur Ilja Iljitsch Oblomow verdeutlichen.
Mir sind die sozialen Ungerechtigkeiten, Verbrechen, die das Vermögen geschaffen haben, auf dem Oblomow an seiner Faulheit, sozusagen an nichts, zugrunde geht, bewusst, und wie Sie fälle ich meine Urteile darüber. An der Faulheit mag ich selber aber nichts absolut Übles erkennen. Hätte er - wie seine Vorfahren und Mitadeligen - weiter seinen Geschäften nachgehen sollen, seine Untertanen knechten und ausnützen? Hätte er - ein heutiger Gesichtspunkt - den ökologischen Fußabdruck einer russischen industriellen Revolution produzieren sollen?
Ich hatte - und habe - Hunde und Katzen, eigentlich leben die Tiere lediglich bei mir, doch sehr mit mir. Sind die Katzen Oblomowisten, weil sie nichts tun, was sie nicht wollen, und sonst an warmen Plätzen dösen? Oder sind die Hunde Oblomowisten, wenn sie sich zwar anstrengen und anstrengen, um zu entsprechen, und dann letztendlich auch 16 Stunden am Tag dösen? Sie machen nichts Wesentliches kaputt, anders als viele Menschen in ihrem anständigen und tüchtigen Eifer.
Dass mit dem Oblomowismus lässt mich nicht los. Es könnte der Anfang eines Weges sein ...

Ordnung:
Welche Ordnung? Zucht und Ordnung? Öffentliche Ordnung? "Ordnung" als Kategorie in der Biologie oder Mathematik? Rangordnung? Oder ein Zustand, der einem bestimmten "Ordnungswunsch" entspricht. Alles subjektiv. In manchen Fachgebieten hat man sich eben auf eine gemeinsame Nomenklatur geeinigt. Subjektiv!

Paradies:
Möglicherweise eine andere Bezeichnung für einen anderen Typus von Hölle.
Jedenfalls wenn es nur 72 Jungfrauen oder Harfen gibt.

Perfekt:
Zustand, der nur Anderen und Anderem gegönnt ist.
Kann man persönlich nicht erreichen. Je mehr man sich verbeisst, desto weniger.
Perfekte Momente sind Geschenke.

Pervers:
Was gegen das Leben gerichtet ist.
Mir fällt dazu "Sünde" ein.

Political correctness:
In ziemlich vielen Bereichen im Interesse eines guten Lebens und Zusammenlebens ziemlich notwendig, leider oftmals aber von "Zezn" beherrschtes Thema.

Rache:
Emotionsbeladenes soziales Konstrukt, das gern zur Machtdemonstration vereinnahmt wird ( Mein ist die Rache! , sprachen der Herr und sprechen Staaten).

Rächer der Enterbten:
Kühlt meinen Zorn und stillt meinen Blutdurst.
Dementsprechend Sympathieträger:In.
Dementsprechend Protagonist von Wahlversprechen der Machtstrebenden.

Romantik:
Betonung von Gefühlen, Sehnsüchten, Hinwendung zum Irrationalen, Märchenhaften, Volkstümlichen und Rückwendung in eine - ach so gute - Vergangenheit.
Ich würde mir wünschen, dass man auch in der Realität Begeisterung, Lebenssinn und Lebensfreude finden kann.
Jede Sache, von der ich eine Ahnung bekomme, zeigt mir, wie großartig und lebenswert die Welt ist, und sie wird immer größer und großartiger, und ich werd immer mehr Teil von ihr.
Es rührt mein Herz.


Ruhe:
Nicht nur die Ausschaltung von Lärm und Geplapper, sondern von allen Reizen außer dem unmittelbaren Hier und Jetzt.
Ein Mittelpunkt.




Schaden:
Ein Loch im Dach, eine Delle im Auto oder in der Befindlichkeit.
Angeblich kann man ent-schädigen. Bei Dächern und Autos: Ja. Sonst gibt es da oft eigenartige Ideen.
Das Gegenteil vom "Schaden"scheint der "Nutzen" zu sein. Warum nicht der "Nicht-Schaden"?
Ist es ein Schaden, wenn der Nutzen verloren geht?

Schenken:
Es gibt verschiedene Grade von "Schenken", könnte man sagen.
Aufgrund meiner Erziehung und der Lektüre von Hermann Hesse käme den selbstlosen, selbstvergessenen Geschenk der höchste Wert zu.
Ich weiß nicht. Dinge sind ja nur Dinge, und Ereignisse sind vergänglich.
Irgendwie sind Geschenke, über die sich Schenkende und Beschenkte einig sind, besser. Absprachen braucht es dazu ja nicht zwingend, es kann ja ein Spiel der Liebe sein.

Schicksal:
Schicksal ist, was Dir in Folge deiner Entscheidungen und Handlungen widerfährt.
Eine "Vorbestimmung" ergibt sich oft aus ein starren Denkmustern.
Ausreden und Jammern gelten also nicht!

Schönheit:
Was Wohlgefallen auslöst. Sie liegt sicher auch im Auge des Betrachters, im Ohr des Zuhörers, im Rhythmus des Tänzers, im Erkennen des mathematischen Beweises, im Kurventanz des Motorradfahrers. Sie hat wahrscheinlich eine biologische Funktion, eine, die mit unserem Leben und Überleben zu tun hat.
Sie wurde abstrahiert und wird vermarktet. Na ja. Muss man ja nicht mitmachen.

Schuld:
Schuld ist ein schlechter Vergleichsmaßstab, aber hoffentlich von Gewicht.

Sein und Werden:
Je älter ich werde, desto älter bin ich. Aber jeweils nur für einen Augenblick.
Und im Laufe meines Älterwerdens haben die Dinge immer mehr ihre starren Konturen verloren für mich. Es gibt keine ewige Dauerhaftigkeit mehr.
Alles wird sich ändern, alles muss sich ändern.
Wobei ja nichts passiert, wenn niemand hinschaut, nichts passiert, wenn es nicht in Relation zu etwas anderem geschieht.Offenbar besteht die Welt aus Dynamik und Beziehung. Die Welt so zu sehen, sind wir aber als Menschen nicht gewohnt, nicht mehr gewohnt. Newton, der Klassizismus, der Materialismus, die Werbung versprechen uns feste Bezugspunkte, dauerhafte Werte.
Da steckt wahrscheinlich insgesamt ein großer Irrtum dahinter.
Ich weiß genau, was ich meine, aber wenn mich jemand fragt, bin ich außerstande, das schlüssig und abgeschlossen zu erklären.
Aber das Leben im Werden ist sehr froh.

Sellbstbewusstsein:
Selbstbewusstsein ist eigentlich nur die Selbstwahrnehmung. Wenig trennscharf wird der Begriff aber meist für das Selbstwertgefühl verwendet.
Es ist schon einigermaßen wichtig, seinen eigenen Wert, seine eigenen Fähigkeiten, richtig einzuschätzen. An den Rändern - nach oben und nach unten - lauert die Dummheit.

Sensation:
Sofern ich die Großartigkeit ohne Propaganda oder Einfluss wahrnehmungsverändernder Präparate oder Techniken begreife, kann es eine sein.

Sexualität:
Mit Vertrauen, das aus der Vermutung von Liebe kommt, und Liebe, die auf der Ahnung von Vertrauen wächst, kann Hingabe sein, das Feuer des Verschmelzens.
Selbstvergessen ist diese Hingabe, was alles außerhalb des Augenblicks anbelangt, konzentriert auf das Selbst, gespannt abwartend, wünschend, weiterdenkend, vorausfühlend in den kleinsten Winkeln der unendlichen Gegenwart.
Der Körper folgt dem Herzen, überholt das Wollen und zeigt den Weg für das Verlangen. Die Geliebte wird zur verschworenen Kumpanin, der Akt macht uns zu einem gemeinsamen Tier, dem die Welt nicht ankann.
Ich sehe Dich, ich will Dich, ich weiß es. Ich weiß, wie Du riechst, wie Deine Haut sich anfühlt. Wie sie spannt, wenn ich Dich spanne, wie sie heiß wird, wenn ich Deinen Popo klatsche, wie Du riechst, wenn Du geil wirst, wie es sich anfühlt, wenn ich Dich an-greife, be-greife.
Ich nehme Dich, umarme Dich, küsse Dich. Deine Wange, Deinen Hals, Deine Lippen. Spitze, kleine Küsse, mit denen ich Deinen Mund öffne, mein Zunge konturiert Deine Lippen, Dein Mund ist wie Deine Scham, und ich dringe zart ein in Dich, mit meiner Zunge zu Deinen halbgeöffneten Zähnen, heble sie auseinander, hebe Deinen Rücken, Deinen Rock, Deine Popobacken, dränge Dich zur Wand, mich zwischen Deine Beine, und küsse Dich wild.
Wir schließen einen Vertrag, wir werden uns einander hingeben und nehmen. Wir konsumieren den Vertrag, und eine Welt eröffnet sich, in der wir einander erkennen.


Sextourismus:

Im Allgemeinen ist darunter wohl ein Urlaub zu verstehen, den man(n oder Frau) an einem Ort verbringt, an dem man erreichbare Partner*Innen für sexuelle Erlebnisse trifft. Wahrscheinlich wird da auch ein Austausch stattfinden: Geld oder geldwerte Leistungen gegen überwiegend körperlich ausgerichtete Zuneigungsgesten.
Damit gibt es einige Wirkungen:
- Hoffentlich die lustvolle Befriedigung erotischer Bedürfnisse - im besten Fall aller Beteiligten.
- Einkommen für den Leistungserbringer (auch *In) am Urlaubsort.
- Die Förderung von Parasiten und venerischer Erkrankungen.
Weniger bedacht wird, dass Sextourismus nicht mit erheblichem Reiseaufwand verbunden sein muss, sondern durchaus in auf Dauer angelegten Beziehungen stattfinden kann. Man lebt halt sein Leben, das Urlaubsziel ist die gemeinsame Wohnung, und der Vorteil ist, dass man - leistungsbezogen - weniger Geld ausgibt.
Man braucht nur verschlossen bleiben in sich selber, ohne Hingabe, ohne Geschenke anzunehmen.
Natürlich kann man den Grad seiner Verschlossenheit regeln. Manche fühlen sich in dieser Pragmatik wohl. Ich will so nicht leben.

Sinn:
Im Leben eine Luxusfrage mit dann an sich beliebiger Antwort.
Aber wenn sich ein Mensch oder eine Gesellschaft auf Sinninhalte geeinigt hat, wird er irgendwie auch zu einem Reibeisen und zu einer Fata Morgana.
Unsinn ist übrigens nicht das Gegenteil von Sinn, sondern nur eine abwertende Klassifizierung anderer Werte. Auch sinnlos bedeutet lediglich, dass man sich außerhalb der Spezifikationen bewegt. Das könnte durchaus auch ein Anfang sein ...

Skeptizismus:
Aus der Wikipedia, 2021: Skeptizismus ist ein Begriff zur Bezeichnung der philosophischen Richtungen, die das systematische Hinterfragen, nicht den blanken Zweifel, zum Prinzip des Denkens erheben und die Möglichkeit einer Erkenntnis von Wirklichkeit und Wahrheit in Frage stellen oder prinzipiell ausschließen. Die neuzeitliche Wortverwendung bezeichnet jedoch häufig lediglich den Zweifel statt des Untersuchens und Forschens als Ausgang des Denkens.
Bilden Sie sich selbst eine Meinung. Benutzen Sie Erkenntnisse, Wissensquellen, erprobte und bewährte Methoden und Ihre Denkleistung.
https://www.skeptiker.at/
https://www.youtube.com/c/SkepticsinthePubWien/videos

Soziale Interaktionen:
Liebe, Hass, Wut, wie sie denn alle heißen mögen, was sie für irgendjemanden irgendwo und irgendwann bedeuten können, das alles kann man natürlich auch unter Gesichtspunkten der Zweckmäßigkeit untersuchen.
Dein Hund himmelt Dich an, aber nicht nur, weil Du für ihn sorgst, und es soll auch Beziehungen geben, bei denen es nicht das Geld ist, das attraktiv macht.
Wahrscheinlich sind es evolutionäre Wechselwirkungen, die uns zu unserem soziologischen Gefühlsleben gebracht haben, wie es eben ist, wahrscheinlich war es so, aber jetzt ist es so, wie es eben ist.
Man könnte von einer Metaebene herab herumschustern, sie infrage stellen, diese Antriebe für soziale Interaktionen. Dies müßte natürlich unter ethischen Gesichtspunkten geschehen, und was ist Ethik anderes als ein intrinisischer Maßstab für soziale Interaktionen.

Stinken:

Olfaktorisches Phänomen, das üblicherweise kein Wohlbehagen erzeugt.
Es ist - glaube ich - nachgewiesen, dass die Klassifizierung von Gerüchen mit anderen sozialen Faktoren korreliert.

Stolz:
Ich bin unter uns gesagt nicht stolz auf meinen Stolz.

Sudern:
Wettbewerbskategorie ohne festgelegte Regeln.
EIner muss beginnen.

Tanzen:
Na Tanzen eben.

Cha Cha Cha tanzen, einen schönen, ohne blödeln. Das macht eh der Text. Geht in der kleinsten Wohnung, macht Spaß und hält fit.

Englischer Walzer. Wie Fliegen, nur schöner. Eros im Dialog!

Für Fitte und Standfeste ein Walzer.
Das ist der Sohnemann von meinem Automechaniker - ich mache hier Werbung.

Rumba, Samba, Jive, BossaNova, Mambo, Boogie, Tango, usw. 1 Hemd/Stunde. Zahlt sich echt aus.

Tattoo:
Neulich war ich am Badeteich. Ich hab genau und mehrfach gezählt: Fünf waren wir nicht tätowiert.

Tendenz:
Der Anfang oder Fortgang eines künftigen Prozesses, auch gern als Trend bezeichnet.
Es gibt keinen Stillstand, nur kurze Augenblicke, in denen sich nichts zu bewegen scheint. Tatsächlich verändert sich aber immer etwas, geht von unten nach oben, von links nach rechts, wächst, erkaltet, fusioniert oder macht genau das Gegenteil.
Offenbar verschafft es in der menschlichen Gesellschaft Vorteile, Trends rasch zu erkennen, von der Mode bis zur Politik.
In der Mathematik gibt es sogar ein namhaftes Fachgebiet, das sich mit der Erkennung und Untersuchung von Funktionen, von Grenzwerten, Umkehrpunkten, Tendenzen in diesen Funktionen, beschäftigt: die Analysis.
Mathematisch wäre damit seit Gottfried Wilhelm Leibniz und Isaac Newton alles klar.
Für unser Leben wissen aber leider nicht, welche Kenngrößen das Bedeutsame beschreiben.
Ich denke, sie wechseln wie die Trends.

Tesla, Nikolas:
Hat angeblich die "freie Energie" erfunden. Er kann sie allenfalls gefunden haben.
Eigentlich sind die meisten Energieformen ja frei: die Sonnenstrahlung, der Wind, die Wasserkraft...
Um diese Energieformen in ein dem Menschen genehmes Format zu bringen, muss man aber technischen Aufwand betreiben. Und den lassen sich Energieversorgungsunternehmen - zugegebenermaßen sehr gut - abgelten.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was "Name-Dropping" ist: "Adrenochrome", "5G-Virenschleuder", "Schulmedizin", usw. Wissen Sie, welche Ansprüche "Wissenschaft" hat, und dass Geschäftemacherei keine Wissenschaft ist? Wie viele Wissenschaftler sind bis heute getötet worden, weil die den Machthabern oder dem Mob nicht ins Konzept passten?
Wissenschaft fordert heraus, widerlegt zu werden. Macht das Esoterik jeglicher Form auch?
Ist Medizin eine Wissenschaft oder eine Kunst?
Kennen Sie die Umsätze von Homöopathikaherstellern und wissen Sie, dass das keine "Naturheilmittel" sind?
Haben sie schon einmal Lexika benutzt, statt nur in Fazzebock herumzugeistern,
Können Sie sich vorstellen, dass 3/4 der Menschheit sich verschworen hat, gerade SIE zu betrügen, versklaven, usw.? Ach ja: Können wir ja nicht wissen, weil die Erde flach ist. Und von den Vorgängen auf der Unterseite wissen wir nichts.


Umfahren:
Umfahren ist das Gegenteil von umfahren.
Alles klar, auch für eingefleischte Veganer*Innen?

Ungeheuer:
Das kann ein "Dingwort" (haha!) oder ein Eigenschaftswort sein. Im Kindermärchen kommt ein Ungeheuer, und im Vergleich zum Monster ist das Ungeheuer ja beinahe lieb.
Das Ungeheuer ist uns nicht geheuer, das ist aber wieder ein bisserl was anderes als "ungeheuer" als Eigenschaftswort, das eher eine Vergrößerungswirkung hat: "Du bist ungeheuer stark - oder nett!"
Das Gegenteil vom Ungeheuerding ist das Geheuer, doch diese Gattung ist scheinbar ausgestorben, nicht aufzufinden wie z.B. ein magnetisches Monopol.
Noch nie erschien mir ein Geheuer, nicht einmal im Traum.
"Geheuer" und "Ungeheuer" wird man wahrscheinlich eher für den Betrachter
Und so kann ich denn allenfalls ein Ungeheuer sein oder werden.

Urlaub:
Die Gegend ändert sich, und das ist schon einmal toll, vielleicht sehr gesund.
Ansonsten findet man nichts Wichtiges, was man nicht in sich selber findet.
Aber dazu werde ich ich noch was sagen wollen, wahrscheinlich.

Veränderung:

Veränderung ist der Beginn von etwas Neuem und dem Loslassen von Altem.
Bewusst loslassen heißt, sich mit dem Prozess der Veränderung positiv auseinander zu setzten.
Dieser Prozess braucht Zeit und wird uns viele gute, aber auch schmerzhafte Momente bringen.
Schmerz ist eine unangenehme körperliche Empfindung oder eine tiefe seelische Bedrückung oder vielleicht sogar beides. Aber: Geteilter Schmerz ist halber Schmerz.
Entscheidung ist ein aktiver Vorgang: Man entscheidet etwas, sich für etwas, sich gegen etwas.
Auch wenn man keine Entscheidung trifft, trifft man damit eine Entscheidung, nämlich die Entscheidung, sich an Veränderungen nicht beteiligen zu wollen.
Die Veränderungen werden aber trotzdem stattfinden, werden Dich überrollen, werden Deine Seele auffressen.
Es gibt auch Schein-Entscheidungen. Es gibt auch ein Wackeln zwischen Zielen. Nichts verändert sich. Man kommt dabei nirgendwo hin, wie ein Esel zwischen Heuhaufen
Mut ist eine Haltung, mit der man leichter Entscheidungen treffen kann als voller Angst.
Und muss man keine Angst haben, falsche Entscheidungen zu treffen?
Nicht, wenn Du dich richtig siehst.
Nicht, wenn Du dich liebst wie den Rest der Welt.

Vernunft:
Abseits von Kant, Hegel, Schopenhauer, Jürgen Habermas und Johannes Paul dem Ii. hat Vernunft etwas Gemäßigtes in sich.
Möglicherweise ist sie das Gegenteil von Dummheit (J.P.Ii. Thematisierte ein Spannungsfeld zwischen Vernunft und Glaube )
Letztendlich hängt die Vernunft aber immer auch an den Lebenszieldefinitionen.

Versprechen:
Gebrochene Versprechen sind gesprochene Verbrechen (Friederich Rückert).

Vertrauen:
Letztendlich grundlose Erwartungshaltung.
Manche Menschen probieren es mit Statistik, andere mit Hingabe.
Jedenfalls macht Vertrauen zuversichtlich und mutig.

Vorwurf:
Da wird etwas geworfen, flapsig, vor die Füße, sodass Du innehalten musst.
Auch eine Möglichkeit, einen Dialog einzuleiten. Wenn es funktioniert.

Wahrhaftigkeit:
Für mich eine Lebensform, in der man nach seinen Überzeugungen handelt, redet und Haltungen einnimmt (und schreibt).

Wahrheit:
Die Wahrheit wird gern ins Treffen geführt, doch sie ist immer ein Kind der Zeit und des Standpunktes.
Selbstverständlich setzt der Stärkere seine Meinung durch, und wenn er weise ist, gibt er dann wieder nach.
Selbstverständlich hebeln neue Erkenntnisse die alten aus. Und deswegen ist es müßig, irgendwelche Uralt-Zitate, die durch die Umstände längst nicht mehr gelten, in eine Diskussion einzubringen.
Die ganzen Corona-Diskussionen mit den dabei gebrauchten Argumenten ärgern mich um so mehr, je ausschließlicher Standpunkte vertreten werden. Wir wissen einfach noch nicht genug über das Virus und seine Auswirkungen auf den Menschen, über die Reaktion der infizierten Menschen.
Und wir wissen- wie sich herausstellt - auch zu wenig über die Reaktion von Menschen in sozialen Gefügen.
Angeblich Zitate von Einstein über "Unendlichkeiten" des Universums und der Dummheit der Menschen beheben keinerlei Probleme.

Warum?
Möglicherweise eine ziemlich schmerzende Frage, wenn man nicht genau definiert, welche Antwort man will.
Aber bitte: Warum?

Erst jetzt ist mir aufgefallen, wie schlampig der Gebrauch der Sprache geworden ist. Warum hat offenbar Wozu vereinnahmt.
Für mich bezog sich das Warum ja irgendwie immer auf die Vergangenheit, die Ursache, einen Grund: Warum ist gerade mir das passiert? Und für diese lamentierende Hörweise stimmt es, dass sich nichts ändern kann, was bereits geschehen ist, und dass sich nichts ändern wird, wenn man nichts ändert.
Dann gibt es noch ein pragmatisches Warum , im Sinn von Fehlerbehandlungskultur und Justitia: Warum ist der Motor abgebrannt? Warum ist der Unfall passiert?
Und dann gibt es eben noch das Wozu-Warum .
Wozu bin ich auf der Welt? Da weiß ich zumindest, was ich gefragt werde.

Warum bin ich auf der Welt? Naja, weil meine Eltern, die Bienen, der Storch ... Stellt sich immer noch die Frage Wozu ?
Wenn man es so sehen will, dass es einen bestimmten Grund geben müsse, aus dem man in die Welt gesetzt worden ist, um dies und jenes zu machen, dann können einen Warum-Fragen in alle Formen von Wahnsinn, Selbstzerstörung und Unmenschlichkeit treiben.


Weltbild:
Das, was wir für die Wahrheit halten, nach dem wir (hoffentlich) wahrhaftig leben. Maßstab für das, was wir kommunizieren und in Fazzebock posten, unmittelbar oder paradox.
Viele Möglichkeiten für Beeinflussung: Kind, Schule, Gesellschaft, Arbeitswelt.
Was mir eigenartig erscheint ist, dass Menschen mit einem positiven Weltbild meist sozial wohlgesinnter agieren.

Weltuntergang:
Eine Definitionsangelegenheit:
Was ist die Welt? Was ist ein Untergang?
Letztendlich ist das Ganze nur das zeitbezogene Ende eines bestehenden Systems, zum Beispiel das Zerbrechen einer Liebe, der Untergang des römischen Imperiums oder der gesamten menschlichen Zivilisation, der Leben tragenden Erde, des Sonnensystems, des Universums, des Seins ...
Es gibt da offensichtlich große Unterschiede im Hinblick auf die Beteiligten.

Wichtig:
Eine Modeerscheinung. Ein Wunsch. Ein Maßstab. Ein Geschäftsmodell. Zeitabhängig. Und alles wird wieder zu Staub und Asche.
Die Welt geht ihren Lauf.
Siehe auch "Sinn".

Wir:
Beschreibung einer Kategorie, Gruppe von Personen, die sich zusammengehörig fühlt.
Verstärkung des Ich , Negation des anderen.
Wir sind das Volk! Anspruch unter dem Einfluss von Rechenschwäche.
So sind wir nicht! Kokettform von Fremdschämen, ebenfalls vereinnahmend.
So sind wir doch! Provokative Antithese, kann zum Realismus beitragen.
Wir ist ein Begriff, der für wechselnde Allianzen in oft suggestiver Form verwendet wird.
Wenn wir verloren haben, bestimmt das Wir über den Funktionalismus mitgefangen: Mitgehangen , und es ist erstaunlich, wie schnell viele nicht dabei gewesen sind.

Wissen:
Wissen ist nicht unmittelbar Macht. Es ist vielmehr wie eine Landkarte unserer Welt, und wer die Karte hat und benutzt, ist im Vorteil.
Wissenschaft ist eine Anstrengung, die Wissen schafft, sodass die Karte immer größer und genauer wird.
Alte Karten werden dadurch nicht wertlos, doch der eine und andere alte Weg muss aufgegeben werden. Er führte nicht weiter.

Wunsch:
Sowas wie ein Bild von etwas, das man gerne hätte.
Man kann hoffen, dass dies eintritt.
Man kann etwas tun, um die Wahrscheinlichkeit dieses Eintritts zu erhöhen.
Man kann den Wunsch einem Dritten gegenüber aussprechen und sich von diesem Hilfe bei der Umsetzung erwarten.
Man kann Erwartungen haben und beleidigt dreinschauen, wenn sich diese nicht erfüllen. Dies funktioniert besonders gut, wenn man Erwartungen nicht ausspricht.
Man kann den Wunsch aber auch wie eine Fahne vor sich hertragen, voller Hoffnung, dass etwas anderes passiert.

Wut:
Spontanes Gefühl, das ausgelebt Lautstärke verursacht und gegenüber überlegten Menschen immer schwächt. Man kann natürlich noch wütender werden, aber letztendlich ist die Wut ein absichtliches Werkzeug.
Kann man natürlich auch damit umzugehen lernen.

Zauberer:
Zuerst einmal: Ich kann diese Berufsbezeichnung sprachlich nicht geschlechtsneutral ausdrücken: Es tut mir leid!
Als Kind gibt man sich damit zufrieden, die Ereignisse in der Lebensumwelt beobachten zu können, eine gewisse Wiederholbarkeit zu erkennen. Darum ist es mir eigentlich verwunderlich, warum gerade in der Kinderwelt Zauberer, Feen und Hexen eine so große Rolle spielen, vielleicht, weil sie nicht so weit weg sind. Die meisten Menschen geben sich auch im Erwachsenenalter damit zufrieden, die Funktionen der Welt hinreichend zu erkennen. Manche wollen mehr wissen, den Dingen auf den Grund gehen.
In dieser Erwachsenenwelt wird gerne zwischen verschiedenen Arten von Zauberern unterschieden: Zwischen den Kinderzauberern wie Merlin, und den Las-Vegas Showzauberern, die einfach nur Tricks vorführen. Ich denke, die Zauberkunst ist immer die gleiche, nämlich mehr darüber zu wissen, wie Dinge funktionieren, und dies einzusetzen, Man unterscheidet da zwischen guten und bösen Zauberern, bösen und guten Hexen (auch nur unrund genderbar), Feen, die - bis auf eine - für mich immer gut waren (die Zeit ist noch nicht reif, Feen zu gendern, Martin Perscheid, + 2021) und unsichtbaren Zauberwesen, das sind die Heiler:Innen und Menschenpfleger:Innen und die Konstrukteur:Innen und Reparierer:Innen von hochkomplexen Maschinen, die für uns im Alltag einfach bedienbar sind.
Die Welt ist voller Zauberer, Hexen und Feen, auch wenn wir viele nicht mehr mit unseren Kinderaugen sehen, auch wenn wir trotzdem viele oft als solche bezeichnen und dabei glauben, geistreich zu sein. Es wird schon richtig sein so!

Zeit:
Wenn ich in Physik richtig aufgepasst habe, ist die Zeit, wie wir sie erleben nichts als eine Funktion der Thermodynamik. Diese wiederum ist kein Satz von Naturgesetzen, sondern die Umsetzung statistischer Wahrscheinlichkeiten.
Es gibt kein dingliches Jetzt, nur ich fühl mich augenblicklich dort, und die Zukunft ist offenbar eine wahrscheinliche.

Zezn:
Langform für "Zizzifeh", nicht zu verwechseln mit dem "Zaubervogel Zizifee".
Wenn Dir das nicht passt, bist Du eine.

Zorn:
Ich weiß nicht, was gerechter Zorn ist.
Was Zorn ist, weiß ich schon.

Zuhören:
Damit ich Dich verstehen kann, muss ich wissen, wer Du bist. Das kann ich nur erfahren, wenn ich zuhöre.
Sprich mit mir, bitte!

Zynismus
Okay! Ich nehme es zur Kenntnis ...