Spaziergänge im Theresienthal
Es ist heiß
Die Gedankengänge sind nur kurz, bevor sie verdampfen.
Und wenn ich mich zur Abkühlung in die Ybbs (derzeit gemessene 20,7° C) werfe, dann bin ich ziellich damit beschäftigt,
1. mich über Wasser zu halten, und
2. die Haarebeissenden Fische zu ignorieren, und
3. die am Kopf landenden Libellen lieb zu haben.
Schönen Sommer!
Solidarität
Eigentlich wollte ich über Solidarität schreiben. Solidarisch zu sein heißt nur, dass man die Anderen ebenfalls als Menschen sieht – wie sich selbst. Das ist nicht schwer: Man braucht sie nur anzusehen, oder man kann auch versuchen, sich in sie hineinzuversetzen.
Das ist natürlich nicht so einfach, wie „die da“ zu sagen. „Die Niederösterreicher können nicht Auto fahren.“ „Die Italiener stehlen wie die Raben.“ „Alle Rapidler sind schwul.“
Stimmt ja gar nicht. Es sind bestimmt nicht alle.
Möglicherweise sind es einige, wenige, aber das sind dann der Herr Sowieso und der Herr Habediereh. Das hat aber mit ihrer italienischen Abstammung, mit ihren Fußballpräferenzen oder ihrem Heimatbundesland nichts kausal zu tun und ist ungefähr so absurd wie der „man“. Den kennt niemand, aber viele wissen: „Man müsste nur ….“
Das geht mir ziemlich auf die Nerven, weil jeder unüberlegte und meist auch unterbegabte Faulpelz sich auf diesen "man“ oder auf „die da“ beruft, sich nicht die geringste Mühe macht, vielleicht selbst Hand anzulegen, um einem Missstand zu beseitigen, sich nicht einmal die Mühe macht, sich zu überlegen, wer denn da zuständig sein könnte statt dem „man“.
„Man“ und „die da“ sind im Bezug auf Solidarität bequem. Sie haben keine Bedürfnisse, allenfalls Pflichten, aber denen kommen sie ja auch nicht nach.
Mit allem, was einen Namen und ein Gesicht hat, kann man solidarisch sein. Also mit Menschen (auch mit Niederösterreichern, Italienern und Rapidlern), selbst mit Tieren, auch mit Regierungsabsichten und Ideen im allgemeinen.
Wie Solidarität geht?
Brauch ich nicht zu beschreiben, das können Sie.
Und keine Angst, Solidarität ist nichts grundsätzliches Beständiges, sondern meist nur über bestimmte Situationen hinweg notwendig.