Spaziergänge im Theresienthal
Und schon ist die Birnbaumblüte wieder vorbei
Es gibt die Marillen, es gibt die Narzissen, die berühmt für ihre Blüte sind.
Bei uns gibt es die Birnbäume, und ich bin nicht unglücklich, dass der Fremdenverkehr bei uns eher nicht ausgeprägt ist.
Birnbaumrally:
Da fährt man - am besten mit dem Fahrrad - über sanfte Hügel mit Wiesen, frisch geeggten Feldern, hie und da treibt der Raps sanft an, und gelb ist auch der Löwenzahn. Dort und auf der anderen Seite ein kleines Wäldchen. Entlang der Bäche ziehen sich Büsche und Bäume, allesamt in sanftestem Grün. Und entlang der Feldwege, Grundgrenzen, schmalen Straßen stehen die Reihen der krüppeligen, wilden Mostbirnbäume, über und über in ein weißes Brautkleid gepackt. Das ist so schön, dass man sich gar nicht sattsehen kann, so schön, dass man vor Glück fast schluchtzen möchte in der warmen Frühlingsluft.
Und schon ist sie wieder vorbei, die Birnbaumblüte. Die Blütenblätter werden vom Windhauch fortgetrieben. Jetzt beginnen die Äpfel weiß zu erstrahlen. Auch wunderbar, aber die sind halt nicht so knorrig, so alt, so gebrochen und trotzdem standhaft.
Sie sind mir halt nicht so nah.
Der Frühling ist so schön
… und hebt unsere Laune. Aber insgesamt granteln wir schon sehr gerne und umfassend.
„Hoffentlich werden die Zeiten wieder so, wie sie nie gewesen sind!“
Sogar ich neige dazu, die „guten alten Zeiten“ zu verklären. No na.
Da war ich noch jung. Die Sorgen der Alten interessierten mich nicht. Da riss es mich herum im Freundeskreis und noch mehr in den jugendlichen Verliebtheiten, nicht zu vergessen: auf dem Moped und – illegalerweise – auf einer 600er BSA mit angeflanschtem Getriebe, Schaltung rechts, verkehrt, Hinterradbreme links. Von sonstigen (Un-)Taten und chemischen Experimenten mit einfachen Mitteln, die glücklicherweise gut ausgegangen sind, möchte ich gar nicht berichten.
Ich weiß also nicht, wie die alten Zeiten insgesamt waren. Ich weiß nur, dass sie für mich gut waren.
Aber die Zeiten jetzt, die sind ja insgesamt - objektiv und vergleichsweise gesehen - gar nicht so schlecht:
Wir werden alt wie nie zuvor.
Wir leben in einigem Luxus, und sogar weltweit ist die Armut zurückgegangen.
Wir machen uns nur zunehmend Sorgen, werden dabei sogar eifrig angetrieben. Aber:
Die Welt wird nicht morgen untergehen, und das ist sicherer als in den 1970er-Jahren mit jederzeit drohenden Atomschlägen. Und sie wird auch sonst nicht rasant untergehen. Aber es wird Änderungen geben, Änderungen die schmerzen werden, und die uns noch mehr schmerzen werden, wenn wir ihnen nicht vorbeugend entgegentreten.
Vernünftig vorbereiten werden wir uns aber nicht, weil etliche Revolverblätter, Tschinn-Bumm-Medien und höchstqualifizierte Postings in den asozialen Medien jegliche Änderung zum skandalösen Weltuntergang erklären, weil politische Protagonisten entgegen dem ansatzweisen Bemühen von Regierungen (mehr lässt man diese ja nicht) einfache Lösungen anbieten, scheinbares Beharrungsvermögen. Es müsste doch auffallen, dass hier von diversen Personality-Showmastern versucht wird, Macht zu akkumulieren, indem sie jedem nach dem Mund sprechen, allen alles versprechen.
Dieser Funktionsmechanismus setzt auf Angst: Die Angst davor, Wohlvertrautes zu verlieren, das schöne Auto aufgeben zu müssen – und zu verarmen und von Menschenfressern vergewaltigt, abgestochen, gebraten und schließlich an Maden verfüttert zu werden. Dabei muss man – um hier bei uns über tägliche Vergewaltigungen, Messerstechereien und Morde berichten zu können, schon auf die ganze Menschheit zurückgreifen. Früher ist sich das in Ottakring ausgegangen.
Trotz allem, und sogar im laufenden Weltuntergang:
Es geht nur nach vorn.
Wir können die Zeit nicht anhalten, nicht zurückdrehen.
Wir können erlittenes Unrecht nicht ungeschehen machen, wir können unsere eigenen Missetaten nicht zurücknehmen.
Was wir können, ist, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist: Ohne Fehlinterpretation, ohne falsche Hoffnungen.
Vielleicht ist es Voraussetzung, zu akzeptieren, dass die Welt nicht für den Menschen als Krone der Schöpfung gemacht ist. Der Mensch nimmt teil am Weltgeschehen. Er kann viel, und hat deswegen auch große Verantwortung.
Wir fänden es ja wohl unrealistisch, wenn die Hirsche in unseren Wäldern sich für die Krone der Schöpfung halten würden, und der Rest der Welt würde sich um sie, ihr Geröhre und um die Sexyness verschiedener Hischkühe drehen. „Amore unter Fichten“, „Tinder.Platzhirsch“ und die „Börsenkurse der Weidentriebe“. Diskussionen um „Geweihsteuern“, usw. Lächerlich, nicht wahr?
Aber wir sind ja ganz was anderes!
Wir sind Mittelpunkte der Welt, aber nicht der ganzen Welt, sondern allenfalls der Menschenwelt.
Und unsere Dramen spielen sich auch hauptsächlich in der Menschenwelt ab,
Also:
Augen auf! Was ist Sache? Wie kann ich damit umgehen?
Auf in die Zukunft!
Das Leben ist schön!
Ein wenig Werbung möchte ich hier auch noch machen:
Am
Samstag, den 20. Juni 2026,
mache ich ab 19 Uhr Musik
im Tanzlokal Maksim, Mozartstraße 5, 3300 Amstetten (https://maksimamstetten.at).
Ich werde Musik zu allen (mir bekannten) Tanzstilrichtungen spielen:
Standard, Latin, Caribic, Tango, Landler, Linedances, Disco, usw.
Zum Meisten kann man auch Discofox tanzen, wenn man will.
Eintritt ist frei, die Preise sind äußerst moderat.
Was ich will?
Ich würde mich freuen, wenn Ihr zahlreich kommt, und wenn es Euch dann gefällt.
Bis dann also, schöne Zeit!
Ernst-Georg Klammer