Spaziergänge im Theresienthal
Guter Mond, Du scheinst so stille ...
Glücklicherweise scheint er still, der Mond,weil bei uns zu Hause, auf der Erde, passiert momentan - nach meinem Geschmack - sowieso viel zu viel zu schnell und laut.
Ich liebe es, mich - mondromantisch beleuchtet - in gefühlvollen Gedankenflüssen treiben zu lassen, schwärmerisch glücklich sein zu wollen wie in Jugendjahren.
Ich bin froh, solche Gefühlswelten bereisen zu können.
Im Grunde meines Herzens möchte ich glücklich sein in einer glücklichen Welt.
Dabei bin ich fundiert technisch zu einer vernunftorientierten Weltsicht hin ausgebildet, wahrscheinlich auch erzogen worden. Und ich hatte das Glück (es macht wirklich Freude), mein ganzes Leben lang dazulernen zu dürfen:
Über Grundlagen der verschiedenen naturwissenschaftlichen und technischen Fachgebiete und ihre Anwendung.
Über das, was den Menschen treibt, und wie es ihn treibt, und wie man diesem Menschen - wenn es notwendig ist - die Hand reichen kann.
Über die Regeln, die Menschen sich in Recht und Normungswesen gegeben haben und geben. Warum man sie braucht, und wie man damit umgeht.
Ich habe auch über die Suche nach Sinn gelernt und sie selber exzessiv betrieben. Meine Antworten hab ich mir mittlerweile gefunden und selbst gemacht.
Beispiele:
Das Wissen:
Alles Wissen, das wir haben, beschreibt nur Bruchteile der Wirklichkeit. Aber wir lernen seit tausenden Jahren laufend dazu. Und besseres Wissen tritt anstelle des bisherigen, sodenn es sinnvoll ist.
Die Erde ist also annähernd kugelförmig, und man kann dies - unter Einbeziehung einiger für jedermann klar erkennbarer Fakten - mit geometrischen und algebraischen Mitteln leicht beweisen. Man kann sie auch aus größerer Entfernung als Kugel betrachten und diverse Experimente durchführen, um die Krümmung der Erde auch aus näherer Entfernung - vom Boden aus - zu belegen.
Wenn man noch näher hinsieht, ist die Erde eher eine Kartoffel und dabei eine Materie-Manifestation in einem Einsteinschen Raumzeit-Universum. Und quantenmechanisch gesehen ist sie eine hochkomplexe Struktur, die sich vorübergehendaus den Möglichkeiten einer Quantenwelt herausgebildet hat, so ziemlich grob ausgedrückt.
Das spielt für uns Menschen kaum eine Rolle. In unserem Alltag ist die Erde - abgesehen von Bergen und den Löchern der Straßenbauer - flach. Damit können wirganz gut leben. Die Kugelform spiel allenfalls eine Rolle, wenn wir Interkontinentalflüge machen. Da hat sie nicht unbedeutende Einflüsse auf die Flugroute und die Schwere des Jetlags
.
Die Menschen:
Ein Grundtrieb dürfte es sein, sich ein gutes Leben zu machen, daraus folgend, in die große weite Welt hinaus zu gehen und sich ein eigenes lauschiges Plätzchen zu suchen. Und so eine Kugelweit ist halt leider oberflächenmäßig begrenzt. Man braucht nur weit genug zu gehen und kommt wieder zu seinem Ausgangspunkt.
Die Erde ist für uns also begrenzt, die Rohstoffe der Erde sind begrenzt, und gleichzeitig wächst die Anzahl der Menschen, und das macht uns Angst, auch weil wir es wissen.
Von links und rechts macht man uns noch zusätzlich Angst, aber glauben Sie mir trotzdem: Es geht nur nach vorne, nur in unsere Zukunft (die - quantenmechanisch gesehen - ziemlich egal und nur strukturverhaftet ist und wirklich nur für uns Menschen so bedeutsam erscheint und ist). Und auch wenn mich Gefühle in eine gute alte Zeit ziehen wollen, die es so nie gegeben hat, geht es trotzdem nur in die Zukunft, und für einen guten Start dorthin, sollten wir das vielleicht einfach einmal zur Kenntnis nehmen.
Die Regeln:
Ja, die sollten - sinnvollerweise und situationsbezogen - laufend adaptiert werden. Aber da(gegen) spielt natürlich eine Rolle, dass diejenigen, die momentan von den Regeln profitieren, alles daransetzen, dass dies weiterhin so bleibt.
Es gäbe - so denke ich - vier grundsätzliche Möglichkeiten, dies gesellschaftlich zu ändern:
- die Evolution der Regeln: Eine Fortentwicklung ohne wilde Brüche und Schmerzen.
- Revolution: Da ändern sich die Machthaber - und damit die Regeln - nach den Vorstellungen der neuen Machthaber
- Disruption: Alles kaputtmachen und warten, was da neu entsteht.
- Emergente Effekte: Aus Allem, was sich da im Lauf der Zeit ansammelt, entsteht plötzlich was ganz Neues.
Ich bin gespannt.
Der Sinn:
Tja, da meine ich halt, dass jeder Mensch seinen höchstpersönlichen Lebenssinn finden muss. Die Werbung bietet ihn nicht an, aber manchmal spüren wir Spuren, die uns den Sinn erahnen lassen. Die Suche zahlt sich aus!
Und wenn man dann seinen Sinn gefunden hat, dann ist man - zumindest für eine Weile - glücklich. Am längsten ist man wahrscheinlich froh, wenn man seinen Lebenssinn aus dem Leben, der Begegnung, der Liebe, bezieht. Dann wird man jeden Tag beschenkt.
Ich habe viel gelernt, und weiß trotzdem nur wenig. Aber ich weiß, dass ich viel nicht weiß, und dass mein Wissen nicht das endgültige ist.
Letztendlich ist man eigenverantwortlich, sich so weit zu bilden, dass man sich in dieser Welt zurechtfinden kann.
Ich habe viel gefühlt, gelitten, mich gefreut. Ich habe mich verloren und wieder gefunden. Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich war, und doch bin ich irgendwie der gleiche, weil das, was mir wert war, noch immer wert ist, weil ich weiß, dass man, um glücklich zu sein, glücklich sein wollen muss, um geliebt zu werden, lieben muss. Letztendlich ist man immer eigenverantwortlich.
Und man braucht sich nicht über Regeln zu beschweren, wenn man das Angebot, diese Regeln mitzugestalten, nicht wahrgenommen hat oder wahrnimmt. Wenn man nicht zu Wahlen geht, braucht man sich nicht über eine Regierung zu beschweren. Wenn man sich nicht über Maßnahmen beschwert, dann weiß ja niemand, dass sie uns nicht passen.
Bequem ist immer nur kurz bequem. Und leider gibt es viele, die uns ganz gut kennen, und auf unserer Bequemlichkeit und Unzufriedenheit flott herumsurfen. Das sind nicht nur Politiker und die Auftraggeber des Werbefernsehens ...
Im Übrigen empfiehlt es sich, sich an Regeln zu halten. Nicht nur im Sinn eines feinen Zusammenlebens. Regelverstöße haben meistens unangenehme Folgen, werden abgestraft, und es gilt auch: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!
Zum Sinn kann ich wenig Rat geben:
Suche Deinen Sinn!
Du brauchst keinen Guru. Letztendlich bist Du eigenverantwortlich, das heißt, Du entscheidest und trägst die Folgen. Gefühle sind wichtig, Vernunft hilft!
Lerne, Dich zu lieben, und Dir selber zu verzeihen, immer und immer wieder!
Das ist dringend notwendig, zumindest, wenn Du genau hinschaust.