Spaziergänge im Theresienthal

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Ist jetzt schon Frühling? Ist noch Winter?

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Ich bin schon eifrig mit dem Fahrrad unterwegs. Das ist äußerst hüftschonend, man sieht was von der Landschaft, man atmet frische Luft. Die Schneerosen blühen schon um die Wette, an Sonnenwaldrändern aber auch schon die Schneeglöckchen und die Krokusse.

Ich fahre, gleichzeitig selbstvergessen und achtsam, und es macht mich glücklich. In the flow, sein nur um des Seins willen, ganz im Augenblick. Aber wir Menschen können das nicht leicht: Wir denken, wir planen, wir machen uns Sorgen. Wir machen alles mögliche, um unseren Sorgen und Ängsten entgegenzutreten, und werden dabei gern ein wenig maßlos. Nur mehr wenige von uns haben deswegen Gewissensbisse, am ehesten die Kinder und die ganz alten. Die anderen alle, die stechen schon hervor, wenn sie sich zumindest Rechtfertigungen suchen für ihre täglichen Dummheiten.

Wir treiben uns gern auch gegenseitig in diese Dummheiten hinein: Großes Auto, großes Haus, viele Verpflichtungen, keine Zeit. Letztendlich betreiben wir Wirtschaft, um unsere Wünsche befriedigen zu können. Über die reinen Bedürfnisse haben wir uns ja schon erhoben. Aber es ist schon seltsam, wie nahe Wünsche und Bedürfnisse nebeneinander stehen.

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Ich liebe geistreiche Gespräche, zumindest solche, die ich nach meinem Rahmen für geistreich zu halten im Stande bin.

Da hört man dann oft auch Zitate. Neuerdings ist mir der Appetit auf derartige Aphorismen vergangen. Da gibt es ja zu jeder Weisheit einen gegenteiligen Gedanken, sodass einem Zitat ja keinerlei Beweislast zukommt. Wenn also Zitate in eine Diskussion geworfen werden wie Steinkugeln der altertümlichen Belagerungskatapulte, dann belegt das ja wohl nur, dass der Zitatenwerfer sich vorbereitet hat - entweder lebenslang schon, oder für das absehbare Gespräch.

Noch ärger aber ist, dass aus dem Zusammenhang gerissene Zitate viele der Zitierten als Narzissten erscheinen lassen, in Selbstbetrachtung versunken und mit einem Selbstverständnis, in dem sie sich selber gegenüber jegliches Verständnis aufbringen, um so mehr, je mehr sie in Weinerlichkeit verfallen.Auf diese Weise erhöhen sich die Zitierenden gegenüber der Welt, und das gefällt ihnen - und auch uns. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die übelsten Anführer der Menschheit auch immer ausgewachsene Narzissten waren.

Glücklicherweise ist es den Würmern, Bakterien und Pilzen, die uns einmal verspeisen werden, ziemlich egal, was wir einmal von uns gehalten haben, und so werden wir alle gleichermaßen verputzt, selbst wenn wir uns in Formalin einlegen ließen. Irgendwann werden diese Präparationen auch entsorgt, und dann wird es so weit sein.

Unsere Eitelkeit hindert uns leider daran, zu erkennen, welch kleine Rädchen wir im Getriebe dieser Welt sind. Das alles betrifft natürlich auch mich, und all die anderen, die bequem „nach ihrem Hausverstand“ im Alten verbleiben (wollen) und dies sogar für einen guten Maßstab und ein gutes Werkzeug dafür halten, möglichst lang und gut im Althergebrachten überleben zu können. Was ist das Althergebrachte: Ein unausgesprochenes Zitat? Das Mittelalter, die Cholera im Wien der Kaiserzeit?

Leben statt lavieren!

Prudence is a rich ugly old maid, courted by Incapacity.

He who desires but acts not, breeds pestilence.

(William Blake, damit ich auch mal zitiere)

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Ich halte das für dringend. Die jetzt aufkommenden "Künstlichen Intelligenzen" werden wie Spiegel, wie Echoblasen wirken auf uns Menschen, und so werden sie uns schwer zu schaffen machen, indem sie uns nach Belieben zitieren werden.

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Am 21.3.2024 ist Europäischer Vorlesetag. Da wird überall gelesen dass die Buchrücken rauchen, dass die Finger zischen, wenn die Spucke, die man zwecks leichterem Umblättern appliziert hat, an den heißgelaufenen Seiten verdampft. Ich werde im MakerSpace [A] (Amstetten, 3300 Amstetten, Eggersdorferstraße 23, https://makerspace-amstetten.at/ , Eingang vom Parkplatz zwischen Bahnpassage und Wasserturm) vorlesen.

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Was (ich und andere) vorlesen werde(n)?

Schöne Sachen. Inhaltlich interessant, schön, froh. Sprachlich schön. In schönem Ambiente. Mehr wird nicht verraten.

An diesem Tag wird es im MakerSpace [A] auch ein Reparaturcafé geben. Und Bücher zum Stöbern und mitnehmen.

Informiert Euch bitte auf der Website https://makerspace-amstetten.at/ .

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Wir freuen uns auf Euch!

Aus Open Street Map 2024

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Ach ja!

Die Website heißt ja "Spaziergänge im Theresienthal". Weil ich vorhabe, viel über das Theresienthal, seine Bewohner ihre Gewohnheiten und ihre Fisimatenten, über das Land und Leben, über Geschichten und Hoffnungen zu erzählen.

Ich bin dabei. Das Theresienthal ist schon einmal beschrieben, siehe die Subsite "Das Theresienthal"