Spaziergänge im Theresienthal

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Das Buch ist zum Druck freigegeben

Ein paar Fehler, die uns aufgefallen sind, wurden noch bereinigt, und jetzt habe ich die Druckfreigabe erteilt.

Das Ganze hat sich doch ein wenig in die Länge gezogen. Ich geh davon aus, dass man erst ab 9.1.2023 bestellen kann, also leider doch nimmer als Weihnachtsgeschenk.

Wo: Zum Beispiel auf https://www.buchschmiede.at/app/, ein wenig später auch im allgemeinen Buchhandel.

Softcover: 978-3-99139-616-1, Preis inkl. MWSt. € 16,10.-

Hardcover: 978-3-99139-614-7, Preis inkl. MWSt € 25,10.-

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Das Hardcover fühlt sich schon um einiges wertiger an. Ich bin sehr zufrieden und froh. Ein bisserl großzügig ist der Satzspiegel ausgenutzt, aber selbst in dieser Form sind es noch 460 Seiten geworden. Hätte ich nicht mit dem Platz gegeizt, wäre es ein wirklich dicker Schmöker geworden.

Worum geht´s denn eigentlich?

Unsere Lebenswelt, Terra, Gaja, die Erde, ist klein geworden im Licht unserer Erkenntnisse, noch viel mehr aber für unsere Hoffnungen in die Zukunft. Vielen Menschen scheint das jedoch egal zu sein, oder sie begreifen es nicht, wollen es nicht begreifen, oder können es gar nicht wissen. Für die ist »die Welt« eine unbegrenzte Bühne mit unbegrenzten Ressourcen, in der der jeweils Stärkere mehr bekommt. Viele andere sehen »die Welt« als einen Planeten mit beschränkten Ressourcen, als ein kleines, abgeschlossenes System, das gerade mit Höchstgeschwindigkeit untergeht.

Die Dystopien, die angesichts laufender, gehypter schlechter Nachrichten und Horror-Prognosen auftauchen, verursachen Beklemmung, Angst, persönliche Einschränkungen und Beschwerden, ein Unbehagen der Seele. Im Augenblick erscheint die Lage gerade besonders angespannt: Weltweit war zu Beginn 2020 eine Pandämie ausgerufen worden, verursacht durch einen Corona-Virus. Quarantäne, Impfung, neue Wörter: »Vulnerabel«. Menschen vereinsamten, Menschen starben, viele hatten Todesangst, einige vermuteten einen Streich von Eliten, die Menschheit zu unterjochen und zu dezimieren. Weltanschauungen, Nuancen der Politik, wurden zum Grund von unversöhnlichen Feindschaften, aber für diejenigen, die ihre Kraft kennen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, war es nicht besonders wild oder herausfordernd, bei Weitem nicht wilder, als es andere Menschen zu anderen Zeiten erlebt haben mussten.

Am 24. Februar 2022 begann dann der Krieg: eine Spezialoperation gegen Nazis von der russischen Seite, die Abwehr eines größenwahnsinnig-chauvinistischen Diktators und Kampf für die Freie Welt auf der ukrainischen Seite. Bis zum Tag der Fertigstellung dieses Manuskripts ist es so, noch so. Und dann kam die Inflation, verbrämt mit vielen Geschichten über den Krieg, Boykottkosten, Energieknappheit. Vielleicht hat es aber in letzter Zeit einfach zu viel Geld gegeben im Verhältnis zu materiellen Werten.

Für Geschäftstüchtige sind solche Zeiten des Umbruchs - wie immer - glücklich: in den Wirrnissen und Verwerfungen können Vermögen eingesammelt werden. Aber leider gilt auch hier: »Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu!«

Für andere, weniger Besitzende, wurden und werden die Zeiten härter, die Zukunftsaussichten auch im kleinen, persönlichen Maßstab düsterer. Und manche starben, mussten sterben, werden sterben, in der Pandämie, im Krieg. Es ist jedoch noch nicht dieser Augenblick der Ruhe vor dem Sturm gekommen, dieses kurze reglose Verharren, in dem das Unvermeidliche klar wird, alles überdeutlich, verständlich, aber eben unabwendbar erscheint. Eine schwüle Zeit, wie sie mir gar nicht passt, die ich kaum passend machen werde können.

Insgesamt ist all das, was wir jetzt erleben, aber lediglich ein beschleunigter Regelprozess: Die Umweltbedingungen folgen den menschlichen Anstößen und Eingriffen. Das ist sicher unangenehm für uns, wahrscheinlich sogar gefährlich, und möglicherweise wird sogar die menschliche Kultur untergehen in den Wirrnissen, die sich derzeit dicht ankündigen. Aber auch das wäre »natürlich«, eben der Gang der Evolution.

In diesen Augenblicken gefällt mir die Entspannung in der Vorstellung, dass die nachfolgenden Geschichten eine Art »Spaziergänge« wären, verortet in und um ein mitteleuropäisches Dorf im Theresienthal, in den Zeiten von Corona, in den Zeiten des Krieges, als die Dummheit, die Sinnlosigkeit, die Unlogik und die Barbarei zurückkamen in die Welt, zuerst in den Köpfen der Menschen, dann im Kriegsgebiet, dann in den Herzen. Kleinmut!

Wir verstehen uns gern als Menschen mit Körper, Geist und Seele. Und wenn die Seele bekümmert ist, so kann ihr der Geist helfen, indem er auf Auswege sinnt, und der Körper, indem er sich gut anfühlt. Eine Möglichkeit, die Dinge mit rechtem Maß zu sehen, kann eben ein Spaziergang sein. Und meine Geschichten verstehen sich als Spaziergänge ...

Es sind viele kleine Geschichten, Spaziergänge zu und mit Schicksalen, eingebettet in eine Rahmenhandlung. Man braucht also nicht "dranzubleiben" um nicht den Kontakt mit Pro- und Antagonistinnen und -isten zu verlieren. Casual reading fiele mir hierzu rasch einmal ein, aber das wäre wohl ein bisserl geschwindelt. Altmodisch ausgedrückt ist das Buch aber durchaus gut als Einschlaflektüre oder für den einsamsten Ort des Hauses geeignet.

Inhalte

Um das Jahr 2020 herum, als ich angefangen habe, dieses Buch zu schreiben, haben sich Wellen aufzutürmen begonnen im Ozean der Weltgeschichte, in meiner persönlichen Geschichte, als Folgen von Corona, wahrscheinlich grundlegender als Folgen der neoliberalistischen Drangsalierereien und Finanzzaubereien der letzten Jahrzehnte, aktuell als Folgen von kriegsgeilem Chauvinismus, Altmännernarzissmus. Diese Wellen haben die Ufer unseres Alltagslebens erreicht, sich überschlagen, und schieben mit Gewalt herein in unsere Existenz, ins Theresienthal. Viel hat sich geändert, wird sich noch ändern in dieser tosenden Flut.

Deswegen kann jetzt einiges von dem nicht mehr stimmen, was Sie im Buch noch lesen können, lachhaft veraltet sein. Im Fall eines Kaufes ist das allerdings kein Reklamationstitel, die Rückgabe des Bandes ist nur aus den üblichen rechtszulässigen Gründen möglich. Worauf ich aber doch hinweisen darf, für mein Geschriebenes, für das Leben im Allgemeinen: Man sollte sich nicht allzu sehr auf Gewesenes berufen, alte Aphorismen zitieren, weil sich doch unser Wissen und unsere Lebensumstände ständig erweitern, und traditionelle Worte, seien sie noch so schön, in meist ganz anderen Welten gesprochen worden sind.

Ich muss Sie allerdings ein wenig vorwarnen: Das Buch ist kein Thriller, kein Wohlfühlbuch, kein Sachbuch.

Das Genre?

Als Buchhändler würde ich das Ding unter »Philosophie und Lebenshilfe« einreihen. Dann ist niemand enttäuscht, zumindest nicht grundsätzlich enttäuscht, getäuscht worden zu sein. Und in diesem Regal findet man ja durchaus auch weitere Eigentümlichkeiten.

Inhalt:

Die Wissenschaft, insbesondere die Physik, hat die Philosophie in vielen Bereichen ausgehebelt, indem sie die Fragen nach dem Sein über eine Newtonsche Raum-Zeit-Bühne hinausgehoben hat, und einen Körper-Seele-Dualismus, wie er gerne geglaubt wird, relativiert: Wir haben unsere Kultur, weil unsere Natur dies erlaubt. Gerade deswegen aber sind unsere Hoffnungen nicht entzaubert: Hinter jeder Tür, die wir aufstoßen, erblühen neue, fantastische Welten, und Fragen, und Unsicherheiten: Wer bin ich? Was bin ich?

Gleichzeitig sind wir auch - wie zu Urzeiten - gefühlsgetrieben, unüberlegt, wild und selbstzerstörerisch. Und wir sind viele geworden.

In dieser Zeit treffen sich in einer kleinen Ortschaft im Theresienthal, das ist der unscheinbare, unerforschte Mittelpunkt von Mitteleuropa, einige Menschen, zum Teil zutiefst in Sinnfragen verstrickt, ängstlich, andere wieder voller Hoffnung und Zukunftsfreude. Auch Zyniker sind dabei und Menschen, die aus dem Leben herausgefallen sind. Sie interagieren, sie sprechen miteinander, sie erzählen sich Geschichten. Die Inhalte (auszugsweise):

- Ist der Tod ein Mörder?

- Was ist ein pornographischer Schachterlteufel?

- Wie viele Ungeheuer gibt es in der Welt? Und gibt es auch »Geheuer«?

- Was ist ein »Ungustav«, und was ein »Wörterwärter«?

- Was hat »Fremdschämen« mit Verantwortung zu tun?

- Wie viel Mut braucht ein König?

- Ist die Welt kontinuierlich, emergent, oder an ihren Rändern paradox?

Kann man jegliches Missverständnis ausschalten?

Ich habe es versucht, das mit dem Missverständnis. Versuchen Sie es doch mit mir!

Das vorhergehende Video? Weil ich doch so gerne tanze. Das geht zur Zeit leider eher schmerzhaft schlecht: Die rechte Hüfte will nicht mehr so recht.

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Textproben?

Hier werden Sie sicher keine Fließtextproben vorfinden, allenfalls Spielereien. Textproben wird es beim Verlag geben, sobald der veröffentlicht.

Ich möchte aber etwas erzählen:

Ich treib mich unter Anderem in "Literaturforen" herum. Aus den Erfahrungen dort muss ich leider berichten, dass ich offenbar ganz was anderes schreibe (als die meisten). Nichts vom Tage, keine verwickelten und verwinkelten Abenteuer, nichts Außerirdisches, keine Serienmörder (na ja, fast keine), keine Fantasy. Und offenbar beschäftigen mich auch andere Fragen als die meisten Autorinnen und Autoren.

Vor einigen Tagen war ich Gast im hiesigen "Philosophischen Kaffee". Impulsreferentin war Cornelia Mooslechner-Brüll, die - soweit ich das begriffen habe - eine "philosophische Praxis", so in der Art einer Hausarzt- oder Psychotherapeutenpraxis, betreibt. Es ging um das Thema "Wie kann Leben gelingen?"

Und als ich da saß zwischen meinen ganzen Marxisten, Theologen Hegelianern, Existenzialisten, Pensionisten und Streithanseln, der Korrektheit halber immer natürlich jeglicher sexuellen Identität, da bemerkte ich, dass ich über genau die Themen, die im Hinblick auf diese Frage eine Rolle spielen, geschrieben habe. Nicht analytisch glücklicherweise, denn ich bemerkte in der Diskussion, wie sehr sich Analyseversuche auf´s Glatteis begeben. Die Werte des Einen sind nicht die Werte des Anderen, auch hier wieder unabhängig von der sexuellen Bauform und Ausrichtung. Die drängenden Fragen jedoch, die scheinen immer die gleichen zu sein.

Wenn Sie mich kennen und sich daher die Frage stellen, ob denn mein Leben gelungen ist: Aus meiner Sicht schon irgendwie. Auch wenn es ganz anders als als geplant, zumindest gedacht war, verlaufen ist.

Zu meinen Gedanken und Ausführungen im Buch möchte aber schon auch ausdrücklich feststellen: Man muss nicht alles meisterhaft beherrschen, worüber man spricht oder schreibt. Es ist ja schon ein großer Fortschritt, sich zu spüren, zu bemerken, wer man sein will für sich selber und die Umwelt, zu erkennen, dass man nicht Mittelpunkt, sondern nur ein kleiner Teil der Welt ist, nicht unbedeutend, nicht bar jeder Verpflichtung und Verantwortung, nicht bar auch jeglichen Rechts und Glücks.

Überhaupt muss man immer nur ein bisserl genauer hinschauen, dann wird alles größer, farbiger, schöner, verständlicher, vertrauter: die Welt, die Wunder, die Fragen.

Die beginnen dann schon bei Einfachem, zum Beispiel hat mich beim Schreiben meines Buches beschäftigt, wie ich die vielen Versuchen, eine Einleitung zu formulieren, richtig zu bezeichnen hätte. Das ewige Thema mit den Worten und Wörtern. Nun bin ich mir sicher, dass es »Vorworte« heißt und nicht etwa »Vorwörter«. »Vorwörter« wären (beispielhaft): »voran«, »vorab«, »vorhin«, vorher«, »Vorschlag«, »Vorwurf« oder »Vorgabe«, und so weiter ...

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So geht es mit Vielem: mir, Dir, uns und allen. In meinem Buch geht es - natürlich - auch um Liebe und Sex. Das kann dann - wir sind fast bei der Leseprobe - so eingeleitet werden:

Sex allein ist nicht Liebe. Liebe allein kann aber auch gegen erfüllte Sexualität stehen. Da gibt es kein Niveau, das man erreichen und halten kann; alles ist Leben und ändert sich und muss sich ändern, damit es gut bleiben kann. Das ist schlecht fassbar, das ist nur lebbar, und darum ist es auch schlecht zu vermarkten.

Vermarktbar - und das mit großem Erfolg - sind dann aber doch die Einzelteile und die Versatzstücke, zum Beispiel in der nicht unerheblichen Sexindustrie. Jeder weiß, dass hier nur Teilaspekte dargeboten werden, die den üblichen realen Tageslauf allenfalls streifen. Niemand hat Erwartungen, dass Pornos mit dem aktuellen Tagesgeschehen zu tun haben. Niemand erwartet, dass im Abspann eines wilden Sexfilms darauf hingewiesen wird, dass die zuvor wild kopulierenden Darsteller:Innen nachfolgend der guten Ordnung halber Ehebündnisse eingegangen sind. Manchmal denke ich, dass Entwicklungen in dieser Hinsicht möglich sein könnten, weil man in nicht wenigen Bildstreifen abschließend schon Meldungen sieht, dass während der Dreharbeiten keine Tiere gequält worden oder zu Tode gekommen seien, auch wenn im Film selber Schlachtrösser zu Hunderten geschlachtet worden sind..... (tbc, im Buch).

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So können sich meine Texte lesen, aber auch ganz anders. Mir gefällt es, sonst hätte ich es nicht so gelassen, wie es da jetzt steht, auf dem Papier.

Irgendwie sind die Geschichten mir wie die Musik, die ich höre, die Du hier ein ganz klein Wenig auch hören kannst. Da fehlen aber noch viele Stilrichtungen, versonnene Stücke, traurige, lustige, ausgelassene Lieder, Klassik, Ethno (inkl. Alpen). Alles kann mir gefallen, wenn es nicht ausschließlich dazu gemacht ist, mich abzuzocken.....

Ich schreib schon wieder was Neues, es schreibt durch mich.

Einerseits zäh, andererseits hab ich mir viele Ideen vorgemerkt, wie wenn ich planen oder bestimmen könnte, wohin meine Figuren gehen.

Diesen neuen Text hab ich mal auf eine Subsite verschoben. Die ist über das Menü im Sitekopf oder diesen Link zu erreichen. Besonders eifrig bin ich aber derzeit nicht.

Viel Freude!

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